Grundsätzlich hält sich Emmi Zeulner an Spielregeln, alles andere hätte in der „Eisernen Hand“ zu Verwerfungen geführt. In diesem Gasthaus ihrer Eltern ist Zeulner, 38, aufgewachsen. Und die Lust der Bundestagsabgeordneten, unter Menschen zu sein, dürfte auch zurückzuführen sein auf ihre Jugend in diesem Wirtshaus im fränkischen Degendorf, wo keine zwei Dutzend Menschen leben. Dort groß zu werden, das hieß mitunter auch, als Ersatzfrau bereitzustehen, wenn einer Schafkopfrunde der vierte Spieler in Richtung Toilette abhandengekommen ist, sagt sie. Was wiederum erklärt, warum die erste ganz große Geschichte über Emmi Zeulner – erschienen 2013, als sie sich erstmals um ein Bundestagsmandat bewarb – mit der Überschrift „Die Brunzkartlerin“ betitelt war. Der Spiegel war’s, in seinem Hamburger Charme. In Bayern wird damit eine honorige Person bezeichnet, die beim Kartenspiel zuverlässig einspringt, sobald jemand aus der Runde Wasser abschlägt.
Emmi ZeulnerDie CSU-Abgeordnete, die die CSU-Regeln bricht
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Sie hätte in der neuen Bundesregierung ein Amt bekommen können. Sie lehnte ab, aus Überzeugung. Stattdessen will sie an diesem Samstag Bezirksvorsitzende ihrer Partei in Oberfranken werden. Und schon gibt’s „Irritationen“ dort.
Von Olaf Przybilla
