EKM-LandesbischofIn großen Städten treten viele Menschen aus der Kirche aus

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Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Archivbild)

Stichprobenartige Nachfragen in großen Städten zeigen, dass 2022 wieder viele Menschen der Kirche den Rücken gekehrt haben. Was sagt EKM-Landesbischof zu dem Trend?

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Magdeburg (dpa/sa) - In den drei großen Städten in Sachsen-Anhalt sind in diesem Jahr mehr Menschen aus den christlichen Kirchen ausgetreten als im Vorjahr. In Halle wurden bis Mitte Dezember 713 Kirchenaustrittserklärungen entgegengenommen nach 598 im ganzen Vorjahr, wie ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage mitteilte. In Magdeburg wurden 572 Kirchenaustritte gezählt, 533 waren es 2021 gewesen. Und in Dessau-Roßlau traten 138 Personen aus der Kirche aus, 96 waren es im Jahr zuvor in der Bauhausstadt gewesen. Gründe müssen die Menschen nicht angeben, wenn sie ihre Kirchenaustrittserklärung abgeben.

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer sagte dazu: „Es gehen ja heutzutage nicht die, die einen Hass auf die Kirche haben. Es verändert sich gerade. Auch unter den wirtschaftlichen Bedingungen gucken manche einfach in die Kassen und sagen, die 3,90 oder 35 Euro kann ich mir nicht mehr leisten oder will ich mir nicht mehr leisten. Das sind oft auch Leute, die gar nicht so viel Kirchensteuern zahlen im Monat.“

Kramer betonte, er halte es für einen Riesen-Fehler, aus der Kirche auszutreten. Das sei für die mitteldeutsche Kirche auch unbegründet. „Wir haben weder Finanzskandale noch haben wir sexuelle Missbrauchsskandale.“ Die Einkommen und der Haushalt seien transparent im Internet nachzulesen. Es gebe viele Projekte, mit denen die Kirche neue Wege ausprobiere. „Wir sind 'ne richtig fluffige, tolle Kirche, in der sich jeder Cent lohnt“, fasste Kramer zusammen.

Viele Mitglieder verliert die Kirche aber auch aufgrund der Demografie. „Ich kann den Tod nicht aufhalten. Wir sind eine überalterte Gesellschaft. Die geburtenstarken Jahrgänge gegen jetzt langsam in den Ruhestand in den nächsten zehn Jahren. Das heißt, wir werden noch auf 20 bis 30 Jahre einfach demografisch eine schrumpfende Kirche sein. Das ist gar nicht anders denkbar“, sagte der Landesbischof.

© dpa-infocom, dpa:221223-99-999125/2

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