Statistisches BundesamtEinwohnerzahl in Deutschland schrumpft erstmals seit 2020

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Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist 2025 wegen eines wachsenden Geburtendefizits und einer geringeren Zuwanderung erstmals seit Jahren wieder gesunken.
Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist 2025 wegen eines wachsenden Geburtendefizits und einer geringeren Zuwanderung erstmals seit Jahren wieder gesunken. Sebastian Gollnow/dpa

Zum Jahresende lebten etwa 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes waren das etwa 100 000 weniger als Ende 2024. Die Zuwanderung gleicht den Geburtenrückgang nicht mehr aus.

Erstmals seit 2020 ist die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen wieder gesunken. Zum Ende des vergangenen Jahres lebten hierzulande etwa 83,5 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf Grundlage einer ersten Schätzung mitteilte. Das seien etwa 100 000 weniger als am Jahresende 2024. Zuletzt habe es in den Jahren 2003 bis 2010 sowie im ersten Corona-Pandemiejahr 2020 Bevölkerungsrückgänge gegeben. Zwischen 2011 und 2024 war die Bevölkerungszahl mit Ausnahme von 2020 jedes Jahr gestiegen.

Wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung 1990 starben 2025 in Deutschland mehr Menschen, als geboren wurden. Allerdings wurde dieses Geburtendefizit im vergangenen Jahr nicht durch Zuzüge aus dem Ausland ausgeglichen.

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Die Zahl der Geburten sank 2025. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter sei mit 640 000 bis 660 000 Geborenen zu rechnen, teilte das Bundesamt mit. 2024 habe es noch etwa 677 000 Neugeborene in Deutschland gegeben.

Die Zahl der Gestorbenen betrug den Angaben nach 2025 etwa eine Million, 2024 wurden etwa 1,01 Millionen Todesfälle gezählt. Daraus ergebe sich für 2025 ein Geburtendefizit von 340 000 bis 360 000. 2024 habe die Lücke zwischen Gestorbenen und Geborenen bei etwa 331 000 gelegen. In den 2010er-Jahren sei sie dagegen mit durchschnittlich etwas mehr als 171 000 Menschen deutlich kleiner gewesen.

Nettozuwanderung deutlich geringer

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 gab es laut Statistischem Bundesamt 220 000 mehr Zuzüge nach Deutschland als Fortzüge ins Ausland. Damit sei der Saldo deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahreszeitraum, in dem etwa 392 000 mehr Zu- als Fortzüge gezählt wurden. Für das Gesamtjahr 2025 werde die Nettozuwanderung nach den bisher vorliegenden Daten auf 220 000 bis 260 000 Menschen geschätzt.

Damit würde sie um mindestens 40 Prozent geringer ausfallen als 2024, als sie 430 183 Menschen betrug. Auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie 2025 habe die Nettozuwanderung zuletzt im Corona-Pandemiejahr 2020 gelegen. Im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2024 war der jährliche Wanderungssaldo den Angaben nach mit 356 000 Personen deutlich höher.

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