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Einreise in die USA:Muhammad Alis Sohn an US-Flughafen festgehalten

Muhammad Ali ist tot

Boxlegende Muhammad Ali. Sein Sohn geriet nun am Flughafen in ungerechtfertigte Kontrollen.

(Foto: Istvan Bajzat/dpa)
  • Ein Sohn Muhammad Alis ist am Flugplatz in Fort Lauderdale zwei Stunden lang festgehalten und zu seiner Religion befragt worden.
  • Die Grenzschutzbehörde teilt mit, jeder in die USA Einreisende sei Ziel von Inspektionen.
  • Die Ali-Familie sieht hingegen einen klaren Zusammenhang zu dem von US-Präsident Trump erlassenen Einreisebann gegen Menschen aus vornehmlich muslimischen Staaten.

Ein Sohn von Boxlegende Muhammad Ali ist Anfang des Monats offenbar von Einwanderungsbeamten fast zwei Stunden lang an einem Flughafen in Florida festgehalten worden. Der Vorfall wurde erst jetzt bekannt. Muhammad Ali junior sei nach einer Reise nach Jamaika am 7. Februar gemeinsam mit seiner Mutter Khalilah Camacho-Ali am internationalen Flughafen von Fort Lauderdale angekommen, sagte ein früherer Staatsanwalt und Freund der Familie verschiedenen US-Medien.

Am Flughafen seien sie wegen ihrer arabisch klingenden Namen von den Behörden beiseite genommen worden. Khalilah Camacho-Ali, die zweite Ehefrau des Boxers, hätte passieren dürfen, nachdem sie ein Foto von sich und Muhammad Ali zeigte. Doch ihr Sohn sei noch fast zwei Stunden lang weiter festgehalten worden, berichtet unter anderem USA Today unter Berufung auf den Familienfreund der Alis.

Immer wieder sei er gefragt worden: "Woher haben sie Ihren Namen?" und "Sind sie Muslim?" Als er dies bejahte, hätten ihn die Beamten zu seiner Religion und seinem Geburtsort befragt. Ali Jr. wurde 1972 in Philadelphia geboren und ist US-Bürger.

Per E-Mail zu dem Vorfall befragt, habe die Zoll- und Grenzschutzbehörde mitgeteilt, sie könne sich nicht zu einzelnen Reisenden äußern, schreibt USA Today. Doch alle Reisenden, die in die USA kämen, seien Ziel von Inspektionen.

Familienfreund sieht deutlichen Zusammenhang zu Trump-Dekret

Bei den Alis herrscht dem Vertrauten zufolge hingegen kein Zweifel daran, wie dieser Vorfall zu deuten ist. "Für die Ali-Familie ist es glasklar, dass dies direkt mit Mr. Trumps Bemühungen zusammenhängt, Muslime aus den USA zu verbannen", sagte er im Hinblick auf das umstrittene, vom US-Präsidenten erlassene Einreisedekret für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern. Weder Alis Sohn noch seine frühere Frau seien jemals zuvor an einem Flughafen derartig behandelt worden, trotz intensiver, weltweiter Reisetätigkeit.

Der Ex-Staatsanwalt und die Ali-Familie versuchen demnach derzeit herauszufinden, ob und wie viele andere Menschen möglicherweise einer ähnlichen Behandlung unterzogen wurden. "Stellen Sie sich vor, sie gehen in einen Flughafen und werden zu ihrer Religion befragt", sagte er.

Der im Juni 2016 verstorbene Ali gilt als einer der bekanntesten Muslime der USA. Aufgewachsen unter dem Namen Cassius Clay konvertierte er im Erwachsenenalter zum Islam und legte seinen "Sklavennamen" ab, wie er sagte. Fortan nannte er sich Muhammad Ali. Auch seine zweite Frau Camacho-Ali konvertierte zum Islam.

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