Einigung im UN-Sicherheitsrat Klima und Frieden

Die Hungersnot in Afrika beschäftigt nun auch die Vereinten Nationen: Der UN-Sicherheitsrat hat den Klimawandel auf die Liste der Bedrohungen für den Weltfrieden gesetzt. Das macht Hoffnung, dass sich die Weltgemeinschaft zu einem Klimaabkommen durchringt.

Ein Kommentar von Jeanne Rubner

So makaber es klingt, die verheerende Hungersnot in Somalia hat auch etwas Gutes bewirkt: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich - nicht zuletzt unter dem Eindruck der Bilder sterbender Kinder am Horn von Afrika - dazu durchgerungen, den Klimawandel auf die Liste der Bedrohungen für den Weltfrieden zu setzen.

Zwar lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen, dass die anhaltende Dürre in Ostafrika schon eine Folge der Erderwärmung ist, zumal der Bürgerkrieg in Somalia die Hungersnot verschlimmert. Wenn aber die Temperatur der Atmosphäre weiter so steigt wie bisher, werden Trockenperioden sich häufen und Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen.

Der steigende Meeresspiegel wird die Bewohner aus den Küstenstreifen vertreiben. Das wird Verteilungskämpfe um Wasser und Nahrungsmittel schüren.

Nun können die Vereinten Nationen nicht gleich Blauhelme überall dort hinschicken, wo Dürre oder Überschwemmung drohen. Dass aber der Klimawandel fortan auf der Tagesordnung des Sicherheitsrates steht, bedeutet vor allem eines: mehr Aufmerksamkeit. Bisher beschäftigt sich die Runde meistens mit den atomaren Bedrohungen durch Nordkorea, Iran oder Syrien.

Auf lange Sicht aber könnte die Erderwärmung mindestens so gefährlich sein wie Bomben und Raketen.

Das Signal aus New York muss jetzt auch die Unterhändler beflügeln, die an einem weltweiten Klimavertrag arbeiten. Wenn schon das wichtigste UN-Gremium, in dem die USA als weltgrößter Klimasünder das Wort führen, Einsicht zeigt, macht das Hoffnung, dass die Weltgemeinschaft sich endlich zu einem Klimaabkommen durchringt.