Neulich haben sie ihm die Mütze vom Kopf geklaut, mitten in Heidelberg. Da war Richard Dören mit Brüdern seiner Studentenverbindung auf dem Weg zu einem Gottesdienst. Ein Radfahrer, berichtet er, dann ein überraschender Schlag von hinten, und die schwarz-orangefarbene Kopfbedeckung war weg. Dören, ein Schlaks Anfang zwanzig, erzählt den Vorfall im prächtigen Königssaal des Heidelberger Schlosses, dort trifft sich der Cartellverband (CV) der katholischen Studentenverbindungen, zu dem seine Heidelberger Ferdinandea gehört. Und da hört man auch Sachen, die den radelnden Mützendieb wie eine Lappalie erscheinen lassen: Farbbeutelattacken auf Verbindungshäuser, Pöbeleien und Angriffe, einmal sollen bei einem Treffen die Auto-Nummernschilder der Teilnehmer im Netz veröffentlicht worden sein. Aufforderung: Bitte demolieren! Antifaschisten sind da oft wenig zimperlich.
Studentenverbindungen:Falsch verbunden
Studentenverbindungen in Deutschland haben einen schlechten Ruf
(Foto: Stephan Rumpf)- An diesem Donnerstag findet das jährliche Treffen der Deutschen Burschenschaft in Eisenach statt. Mitglieder anderer Studentenverbindungen befürchten, dass es wieder zu rechtsextremen Äußerungen kommen könnte.
- Obwohl der Dachverband Deutsche Burschenschaft nur einen kleinen Teil der Studentenverbindungen vertritt, prägt er das Image der Organisationen.
- Gegner, wie zum Beispiel der Dachverband der Asten, kritisieren die Verbindungen als sexistisch und rassistisch. Sie fordern die Auflösung aller Studentenverbindungen.
Von Johann Osel, Heidelberg
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