Süddeutsche Zeitung

Extremismus:Fünfeinhalb Jahre Haft für Islamistenführer Sven Lau

  • Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verurteilte den Salafistenprediger Sven Lau zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis.
  • Die Bundesanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, die Extremistengruppe Jamwa in Syrien als verlängerter Arm unterstützt zu haben.
  • Laus Verteidiger Mutlu Günal hatte einen Freispruch beantragt. Lau sei von einem verurteilten Terroristen und notorischen Lügner belastet worden.

Der Salafistenprediger und Initiator einer "Scharia-Polizei", Sven Lau, muss ins Gefängnis. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verurteilte ihn am Mittwoch zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Lau habe sich in vier Fällen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, lautete die Urteilsbegründung.

Die Bundesanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, die Extremistengruppe Jamwa in Syrien als verlängerter Arm unterstützt zu haben. Er habe Geld für die Gruppe gesammelt und Kampfwillige rekrutiert.

Der Terrormiliz Jamwa gehe es um die Errichtung eines Kalifatstaates, argumentierte die Bundesanwaltschaft. Teile der Gruppe hätten sich inzwischen dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen. Lau habe zudem - unterstützt von Pierre Vogel - ein salafistisches Netzwerk in Deutschland aufgebaut und beherrscht.

Laus Verteidiger Mutlu Günal hatte einen Freispruch beantragt. Lau sei von einem verurteilten Terroristen und notorischen Lügner belastet worden, der sich davon offenbar verspreche, früher aus dem Gefängnis freizukommen, argumentierte Günal.

Der Prozess gegen den ehemaligen Feuerwehrmann aus Mönchengladbach hatte im September vergangenen Jahres begonnen. Er umfasste 53 Verhandlungstage, der Senat vernahm 38 Zeugen und hörte zwei Sachverständige. Die Tatvorwürfe reichen ins Jahr 2013 zurück. Lau hat bislang 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen.

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SZ.de/dpa/rtr/lalse/dayk
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