Nach dem viel diskutierten Auftritt von Alexander Eichwald bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) in Gießen hat ihn die AfD in Herford aus ihrer Fraktion im dortigen Stadtrat abgezogen. Das sagte der Bielefelder AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller der Deutschen Presse-Agentur. Zudem laufen nach seinen Angaben im AfD-Kreisverband die Vorbereitungen für ein Parteiausschlussverfahren gegen Eichwald.
Er sei erst seit ein paar Wochen in der AfD gewesen. Es kenne ihn kaum jemand, sagte Kneller. „Und diejenigen, die ihn kannten, sagen, dass er nie das R gerollt hat.“ Er habe sich bisher unauffällig verhalten. Das spreche dafür, dass sein Auftritt in Gießen eine geplante Aktion gewesen sei, ob auf eigene Faust oder im Auftrag Dritter, sei Spekulation. Die AfD sei sich sofort einig gewesen und leite alles in die Wege, „um ihn überall dort, wo es gehe, loszuwerden“.

Generation Deutschland:Der Hitler-Sound missfällt nicht jedem
Beim Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation tritt ein Mann auf, der mit rollendem R von Rassen spricht. Ist das Satire? 12,28 Prozent der Stimmen bekommt er trotzdem.
Der Herforder AfD-Kreisvorsitzende Alexander Parteck sagte dem Sender „Welt“, beim Aufnahmegespräch mit Eichwald vor einigen Wochen habe man nichts Verdächtiges an ihm beobachtet. „Er hat sich da ganz normal gegeben, hat auch das R nicht gerollt.“ Auf der Bühne habe er sich komplett anders verhalten.
Der Auftritt erinnerte viele in Ton und Stil an Hitler
Eichwald hatte sich in Gießen für einen Vorstandsposten in der Generation Deutschland beworben. In seiner Bewerbungsrede fuchtelte er mit dem Finger und drosch mit rollendem „R“ scharf-rechte Parolen. Der Auftritt erinnerte viele in Ton und Stil an NS-Reichskanzler Adolf Hitler. AfD-intern und im Netz läuft seitdem eine große Diskussion darüber, ob das eine gezielte Aktion war.
Eichwald sprach die Teilnehmer mit „Parteigenossen“ und „Volksgenossen“ an und rief in den Saal: „Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam“ und „Es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen“. Menschen, die sich dafür einsetzten, dass in Deutschland geborene Kinder automatisch deutsch seien, würden „bei einem Schwein, welches in einem Kuhstall geboren wurde, niemals sagen (...), ja, es ist doch eine Kuh und kein Schwein“, sagte er.

