Egon Bahr "Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich"

Egon Bahr ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

(Foto: dpa)

Das sagte der Brandt-Vertraute Egon Bahr - doch er sagte auch: "Gefühl ohne Verstand ist Dummheit".

  • "Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich; Gefühl ohne Verstand ist Dummheit."
  • "Wir haben gesagt, dass die Mauer ein Zeichen der Schwäche ist. Man könnte auch sagen, sie war ein Zeichen der Angst und des Selbsterhaltungstriebes des kommunistischen Regimes. Die Frage ist, ob es nicht Möglichkeiten gibt, diese durchaus berechtigten Sorgen dem Regime graduell so weit zu nehmen, dass auch die Auflockerung der Grenzen und der Mauer praktikabel wird, weil das Risiko erträglich ist. Das ist eine Politik, die man auf die Formel bringen könnte: Wandel durch Annäherung." Bahr 1963 über die Ostpolitik Willy Brandts
  • "Heute ist klar, dass die Wiedervereinigung nicht ein einmaliger Akt ist ... sondern ein Prozeß mit vielen Schritten und vielen Stationen." Bahr 1963 über die Beziehungen der Bundesrepublik zur Sowjetunion und der DDR​
  • "Von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl waren alle Bundeskanzler inoffizielle Mitarbeiter des CIA." Bahr 1996 in der Berliner Akademie der Künste zum Thema "Schriftsteller und Staatssicherheit" ​
  • "Die Neutronenwaffe ist ein Symbol der Perversion des Denkens." Bahr in seinem Aufsatz "Ist die Menschheit dabei, verrückt zu werden?" aus dem Jahr 1977
  • "Und während dieser gigantischen tektonischen Verschiebungen der politischen Landschaft können wir bei Brandt eine frappierende Kontinuität feststellen. Der cantus firmus seiner Vorstellungen lautet, um es noch einmal konkreter zu sagen: ein selbstbewusstes Deutschland in einem selbständigen Europa, das eine wichtige Rolle als zivile Weltmacht spielt." Bahr über Willy Brandts europäische Außenpolitik im Jahr 1998
  • ​"Die ungelösten Fragen der europäischen Stabilität liegen auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts noch immer im Osten. Die Geschichte stellt die Aufgabe, in der Tradition und Kontinuität Brandtschen Denkens, unserem Kontinent ein sicheres Haus zu bauen." Bahr im selben Vortrag
  • "Stabilität durch Gewaltverzicht ist die Voraussetzung für Wohlstand." Bahr in seinem 1998 erschienenen Buch "Deutsche Interessen"
  • "Meine Erfahrung ist: bitte keine Politik des Exports von Demokratie und unseren anderen Werten. Ich habe dankbar registriert, dass kein Kommunist je versucht hat, mich zu bekehren. Ich habe das auch unterlassen. (...) Die Hoffnung auf eine friedliche Welt verlangt neben dem Stolz auf den eigenen Weg die Demut gegenüber allen, die eine andere politische Struktur und einen anderen Weg gehen wollen." Bahr in seinem 2012 erschienen Buch "Ostwärts und nichts vergessen!"
  • "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt." Bahr 2013 vor Schülern in Heidelberg
  • "Mit Freunden spricht man offen, aber nicht öffentlich."
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SPD-Politiker Egon Bahr ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Er gilt als Baumeister der deutschen Ostpolitik: Mit Moskau und Warschau verhandelte er über Verträge zu Gewaltverzicht, außerdem suchte er die Annäherung an die DDR.   Diskutieren Sie mit uns.