bedeckt München 10°

US-Whistleblower:Snowden will russische Staatsbürgerschaft beantragen

Snowden warns of looming mass surveillance in Japan Former U.S. National Security Agency contractor Edward Snowden give

Edward Snowden hat bereits einen Daueraufenthaltstitel für Russland erhalten.

(Foto: via www.imago-images.de/imago images/Kyodo News)

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und seine Frau Lindsay Mills leben in Russland - und wollen nicht riskieren, von ihrem Kind nach dessen Geburt getrennt zu werden.

Der von den USA gesuchte Whistleblower Edward Snowden will sich um die russische Staatsbürgerschaft bewerben. Er und seine Frau Lindsay Mills wollten nicht riskieren, von ihrem Sohn nach dessen Geburt getrennt zu werden, deshalb wollten sie in dieser Zeit der Pandemie und der geschlossenen Grenzen die doppelte Staatsbürgerschaft erwerben, teilte der 37-Jährige am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der US-Amerikaner hatte zuvor bereits einen Daueraufenthaltstitel für Russland erhalten. Zudem veröffentlichte Snowden ein Bild seiner schwangeren Frau. Das Kind soll nach Darstellung von Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena im Dezember zur Welt kommen. Es erhält automatisch die russische Staatsbürgerschaft.

"Lindsay und ich werden Amerikaner bleiben, die ihren Sohn mit jenen Werten Amerikas großziehen, die wir lieben - einschließlich der Freiheit zu sagen, was er denkt", schrieb Snowden. Er freue sich auf den Tag, wenn er in die USA zurückkehren könne, "damit die ganze Familie wieder vereint ist".

Wo genau sich Snowden aufhält, ist nicht bekannt. Snowden hatte 2013 Dokumente zu Ausspäh-Aktivitäten des US-Abhördienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber in Moskau am Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Snowden bekam Asyl in Russland.

© SZ/dpa/Reuters/jsa/odg
Zur SZ-Startseite

Streit bei "The Intercept"
:Einer gegen alle

Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald behauptet, das von ihm mitgegründete Investgativportal "The Intercept" habe ihn zensieren wollen - als Teil einer Presseverschwörung. Das Portal weist das in deutlichen Worten zurück.

Von Philipp Bovermann

Lesen Sie mehr zum Thema