Süddeutsche Zeitung

Elektro-Autos:Scheuer will eine Milliarde Euro für mehr Ladestationen

  • Verkehrsminister Scheuer will im Bundeshaushalt eine Milliarde Euro für den Ausbau privater Ladestationen für Elektro-Autos bereitstellen.
  • Das Förderprogramm für mehr Klimaschutz soll im Juli beginnen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will den Anteil von Elektroautos durch ein Förderprogramm für private Ladestationen erhöhen und fordert dazu eine Milliarde Euro zusätzlich für den Haushalt 2020. "Wir wollen für die Bürger Ladepunkte und deren Einbau in der eigenen Garage zur Hälfte fördern. Dafür brauchen wir sofort eine Milliarde Euro. Das muss sich im Bundeshaushalt abbilden", sagte er der Bild am Sonntag.

Dem Ministerium zufolge laden die Besitzer ihr E-Auto zwischen 75 und 85 Prozent zu Hause oder am Arbeitsplatz. Deshalb soll der Staat beim Ausbau privater und gewerblicher Ladestationen bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen.

Eine Normalladestation mit Einbau und Netzanschluss würde dem Bericht zufolge dann mit bis zu 3000 Euro gefördert. Für eine Schnellladestation gäbe es bis zu 30 000 Euro Zuschuss. Das Förderprogramm solle bis Juli in Kraft treten.

Bisher ist ein großes Hemmnis für einen Durchbruch von E-Autos, dass es keine flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen gibt. Deutlich mehr E-Autos sind wichtig, damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor bis 2030 erreichen kann. Scheuer hatte am Freitag als erste Maßnahme zum Klimaschutz ein Gesetzespaket für die Ladeinfrastruktur angekündigt.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gab es Ende 2018 insgesamt mehr als 16 100 Ladepunkte in Deutschland, davon 12 Prozent Schnelllader. Das Wirtschaftsministerium sprach von bundesweit etwa 8000 öffentlichen Ladesäulen.

Die Branche kämpfte zuletzt mit einer auf den ersten Blick unscheinbaren Regeländerung: Ende März lief eine Übergangsfrist ab, vom 1. April an müssen die Ladesäulen formal dem Eichrecht entsprechen. Das Problem soll zunächst mit einer Umrüstfrist gelöst werden. Unklar ist auch, wie viele dieser Säulen nicht messrechtskonform sind.

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SZ.de/dpa/kit/sebi
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