Wegen mehrerer mutmaßlich islamistisch motivierter Messerangriffe im Frühjahr in Duisburg hat die Bundesanwaltschaft jetzt Mord-Anklage gegen einen Syrer erhoben. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, soll sich der Mann auch wegen versuchten Mordes in drei Fällen und wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verantworten. Die oberste Anklagebehörde ist überzeugt, dass der IS-Anhänger durch die Tötung von möglichst vielen "Ungläubigen" einen Beitrag zum weltweiten Dschihad, dem "Heiligen Krieg" radikaler Islamisten, leisten wollte. Der Beschuldigte soll zunächst in den frühen Stunden des 9. April dieses Jahres in der Duisburger Altstadt einen 35-jährigen Mann erstochen haben, der ihm zufällig begegnet war. Der Täter entkam zunächst unerkannt. Am Nachmittag des 18. April stach der Syrer der Anklage zufolge im Umkleide- und Duschbereich in einem Fitnessstudio in Duisburg erneut zu: Er attackierte drei Männer mit Stichen in den Oberkörper lebensbedrohlich. Einem Ersthelfer fügte er zwei Stichverletzungen in den Oberschenkel zu. Der Syrer ist seit dem 24. April in Untersuchungshaft. Er ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft ein Anhänger der radikal-islamistischen Ideologie der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS).