Drohnenangriff in Mossul Französischer Dschihadist Kassim offenbar bei Luftangriff getötet

Er hatte offenbar Kontakt zu Hunderten jungen Franzosen und soll sie zu Anschlägen in seiner Heimat aufgefordert haben.

Auf der Suche nach den Hintermännern der Terroranschläge in Frankreich taucht bei der Recherche der Ermittler ein Name immer wieder auf: Rachid Kassim, ein besonders erfolgreicher Mentor der Terrormiliz Islamischer Staat. Bei einem Luftangriff amerikanischer Streitkräfte soll der Franzose nun im Irak getötet worden sein.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, dass der Mann das Ziel des Angriffs in der Nähe der umkämpften Großstadt Mossul gewesen sei. Ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter sagte CNN, der Angriff sei "wahrscheinlich erfolgreich" gewesen.

Verbindungsmann der Attentäter in Frankreich

Der ehemalige Sozialarbeiter Kassim kümmerte sich für den IS via Internet um zahlreiche Anhänger. Zeitweise soll bis zu hundert Sympathisanten zu Anschlägen in Europa aufgefordert haben. Vor allem für radikalisierte junge Menschen aus seiner Heimat Frankreich soll er eine wichtige Kontaktperson gewesen sein. Mit mehreren Jugendlichen war er den Ermittlern zufolge über einen verschlüsselten Messenger in Kontakt. Unter ihnen war auch einer der Attentäter, die im vergangenen Juli einen 85-jährigen Priester in Nordfrankreich ermordeten.

Der 29-Jährige lebte in französischen Stadt Roanne, knapp 400 Kilometer südöstlich von Paris. Er ist Sohn algerischer und libyscher Einwanderer. Unter dem Namen "L'oranaise" veröffentlichte er 2011 ein Rap-Album mit politischem Sujet. Seine Karriere als Musiker floppte, Kassim radikalisierte sich weiter, verlor seinen Job beim Sozialamt, wurde aus seiner Moschee-Gemeinde geschmissen und reiste schließlich 2015 über die Türkei nach Syrien und in den Irak. Dort soll er nun getötet worden sein.

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