Dresden (dpa/sn) - Die Stadt Dresden will Tabuzonen für das Abstellen von E-Scootern schaffen. Rote Zonen sollen eine Verschandelung mit wild abgestellten Rollern vermeiden, sagte Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) am Mittwoch. Zu den Zonen gehören unter anderem Touristenmagnete wie der Altmarkt, der Theaterplatz, der Schlossplatz sowie der Goldene Reiter. Dazu gebe es freiwillige Kooperationsvereinbarungen mit bisher zwei Anbietern von elektrischen Tretrollern. Eine gesetzliche Handhabe gebe es aber nicht, man sei auf ein kooperatives Miteinander angewiesen, betonte Schmidt-Lamontain.
Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, die seit 15. Juni in Kraft ist und den Weg für die E-Tretroller in Deutschland frei gemacht hat, sieht keine Regelungen zu Stellplätzen vor. Die Roller dürfen zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Fahren müssen die E-Scooter auf Radwegen oder auf der Straße.
In der Vereinbarung Dresdens ist zudem festgehalten, dass jedes Unternehmen höchstens 2000 Leih-Roller in Dresden betreiben soll - davon höchstens 300 in der Innenstadt, um eine Überflutung zu vermeiden. Der Bürgermeister geht davon aus, dass perspektivisch bis zu vier Anbieter von elektrischen Tretrollern in Dresden aktiv sein könnten. „Werden es mehr, müssen wir nachsteuern.“ Nach Angaben der Stadt hatten gut ein halbes Dutzend Unternehmen Interesse bekundet.
Seit gut zwei Wochen rollen die ersten Fahrzeuge des Anbieters Lime durch die sächsische Landeshauptstadt. „Wir sind mit einer kleinen Flotte von etwa 200 Rollern erfolgreich gestartet“, so Tonalli Arreola von der Limebike Germany GmbH. Künftig will das Unternehmen, das in rund 100 Städten weltweit vertreten ist, bis zu 700 Roller in Dresden stationieren. Mit einer eigenen „Parkpolizei“ will das Unternehmen dafür sorgen, falsch abgestellte Roller zu entfernen. Auch der Anbieter Voi steht in den Startlöchern, „zeitnah“ sollen die ersten E-Scooter durch Dresden rollen, hieß es am Mittwoch.
Auf Leipzigs Straßen hingegen sind bisher kaum E-Scooter zu sehen. Bislang sei keine Genehmigung für den Verleih von E-Tretrollern erteilt worden, teilte die Stadt auf Nachfragen mit. Gespräche mit potenziellen Anbietern liefen. Ein stationsungebundener Verleih der Roller sei generell aber nicht möglich.
Die Stadt Leipzig knüpft die Genehmigung zum E-Scooter-Verleih an Bedingungen: Die Anbieter sollen kaputte E-Scooter möglichst vor Ort reparieren. Zunächst solle nur ein Probebetrieb von sechs Monaten genehmigt werden. Gegebenenfalls würden die Vereinbarungen danach angepasst werden, so das Verkehrs- und Tiefbauamt Leipzig.