Dresden-Preis für Prinz Edward Keine Angst vor Europa

Edward, der direkter Nachfahre von griechischen und britischen Königen sowie des russischen Zaren ist, erhält den Dresden-Preis wohl auch deshalb, weil er den europäischen Gedanken vertritt. Der britischen Königsfamilie ist aktive Politik verboten, darum bleiben die Aussagen der Royals stets vage. Angesichts der im Vereinigten Königreich grassierenden Europaskepsis (die sich bisweilen in offener Feindlichkeit zeigt), scheint Edward keine Angst vor Europa zu haben. Er schreibt davon, dass "wir gemeinsam ein freies und friedliches Europa aufbauen".

Das sind Töne, die man in der Londoner Parteipolitik selten vernehmen kann. Britische Regierungen (und die Oppositionsparteien) sind nicht gerade für ihre Europafreundlichkeit berüchtigt. Diejenigen Kräfte, die einen Austritt der Briten aus der Europäischen Union wollen, erstarken. Eine Kriegsschulddebatte - diesmal ging es um 1914 - gipfelte vergangenes Jahr in schrillen Tönen.

Den Jüngeren die Botschaft vermitteln: "Nie wieder!"

Die britischen Royals scheinen da schon weiter zu sein. Den Blick auf die grauenhafte Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges hält der nun geehrte Prinz für unerlässlich. "Wir sollten (...) aus der Erinnerung Kraft schöpfen, damit wir dafür sorgen können, dass so etwas nie wieder passiert und dass Umstände, wie sie dazu geführt hatten, gar nicht erst eintreten", schrieb Edward vor ein paar Jahren. Deshalb seien "die gemeinsamen Erfahrungen von Dresden und Coventry so wichtig".

Edwards Engagement für Dresden hat weder durch Wahlerfolge der sächsischen NPD gelitten, noch dürften die fremdenfeindlichen Parolen der Pegida-Bewegung den Prinzen davon abhalten, sich weiter für die Aussöhnung einzusetzen.

Edwards Worte beim heutigen Festakt könnte auch ein Pazifist formuliert haben: "Wir müssen die Erinnerung wachhalten und gleichzeitig den Weg nach vorn richten, um der jüngeren Generation die eindringliche Botschaft zu vermitteln: Nie wieder!"

Dresden kann froh sein, Freunde wie den Herzog von Kent zu haben.