Dresden-Preis für Prinz Edward Preisträger aus guten Gründen

Edward erhält den Preis aus guten Gründen. Seit den neunziger Jahren fungiert er als Schirmherr des Dresden Trusts, jenes britischen Förderkreises, der dabei half, die durch das Bombardement zerstörte Frauenkirche wiederaufzubauen. Für Edward scheint das Engagement für die sächsische Hauptstadt zu einer späten Lebensaufgabe geworden zu sein.

Edward kommt die Rolle des königlichen Wiedergutmachers zu. Wie bedeutungsschwer das ist, zeigt der Blick in die Vergangenheit. Die britische Regierung ließ die deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg (unter der Herrschaft von Edwards Onkel König Georg VI.) bombardieren, weil sie glaubte, den deutschen Widerstand früher brechen zu können - eine These, die umstritten ist (hier mehr dazu).

Städtepartner Dresden und Coventry

Noch vor der deutschen Kapitulation entstand der Dresden-Mythos (hier mehr dazu). Schon zu DDR-Zeiten schloss das vom Bombenkrieg zerstörte Dresden eine Städtepartnerschaft mit dem vom Bombenkrieg zerstörten Coventry. Das erlittene Schicksal verband die Menschen damals über den Eisernen Vorhang hinweg.

Nach der Wende und der Deutschen Einheit sollte die Frauenkirche wiederauferstehen, der legendäre Kuppelbau des George Bähr. Der Dresden Trust wurde gegründet, Edward übernahm die Schirmherrschaft. Das war nicht nur deshalb bemerkenswert, weil auch der Buckingham Palast in London während des Zweiten Weltkriegs deutsche Bombentreffer erhielt. Die britischen Royals hätten sich wahrlich angenehmeren Dingen in Deutschland widmen können, als der Auslöschung einer Stadt durch eine Luftflotte, deren Oberbefehlshaber der Vater der heutigen Königin war. Aber die Royals war es offenbar ein Bedürfnis, aktiv an der Vergangenheitsbewältigung und Aussöhnung mitzuwirken.

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Die Familie Windsor will offenbar ihre deutschen Wurzeln pflegen

Das hat vermutlich auch historische Gründe. Die Familie Windsor, die bis zum Ersten Weltkrieg den Namen Sachsen-Coburg-Gotha führte, will offenbar ihre deutschen Wurzeln bewusst pflegen. Edward sammelte nicht nur Gelder für die Frauenkirche, ihm ging es auch um Symbolkraft. Er sorgte dafür, dass das neue Kuppelkreuz von Alan Smith geschmiedet wurde, dessen Vater als Pilot einen Bomber der ersten Angriffswelle vom 13. Februar 1945 steuerte.

Bevor das Kreuz nach Dresden kam, wurde es in britischen Städten gezeigt, die während des Zweiten Weltkriegs Opfer deutscher Angriffe waren. Und Edward spannte seine Cousine Elisabeth mit ein. Sie ließ das Kreuz auf ihrem Schloss Windsor ausstellen. Bei einem Staatsbesuch in Deutschland lud sie zu einem Benefizkonzert in die Berliner Philharmonie ein - der Erlös floss in den Aufbau der Frauenkirche. Elisabeth II. besuchte bald nach der Einheit Dresden, woran nun Laudator Biedenkopf in seiner Rede dankbar erinnerte.