Dresden-Preis für Prinz Edward Nobelpreisträger Günter Blobel rief den Preis ins Leben

Doch zuerst zur Auszeichnung: Diese geht auf private Initiativen zurück, finanziert wird der mit 25 000 Euro dotierte Dresden-Preis von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira. Initiiert hat ihn der deutsch-amerikanische Wissenschaftler Günter Blobel.

Der Medizin-Nobelpreisträger war im Februar 1945 als Kind durch das unzerstörte Dresden gekommen, seine aus Schlesien stammende Familie war auf der Flucht vor der Roten Armee. Wenige Tage später erlebte Blobel den Feuersturm ein paar Kilometer von Dresden entfernt.

Mit der Idee eines internationalen Friedenspreises will Blobel auch seiner im Krieg getöteten Schwester ein Andenken setzen. Und diejenigen würdigen, die sich um den Frieden verdient gemacht haben. Der Dresden-Preis ist eine positive Gegenveranstaltung zu den Aufmärschen rechtsdrehender, revisionistischer Kräfte, die den 13. Februar für ihr bräunliches Gedankengut missbrauchen.

Der erste Preisträger: Michail Gorbatschow

2010 wurde der Preis das erste Mal vergeben, damals an Michail Gorbatschow, der als letzter sowjetischer Staatschef begann, den Kalten Krieg zu beenden und dabei half, die deutsche Teilung zu überwinden. Vor fünf Jahren musste die Veranstaltung noch um einen Tag verschoben werden: Das Landesinnenministerium bat aus Sicherheitsgründen darum.

Die seitdem geehrten Persönlichkeiten hatten sich allesamt um den Frieden verdient gemacht, etwa der ehemalige Kindersoldat Emmanuel Jal oder der ehemalige Sowjetsoldat Stanislaw Petrow, der 1983 die Menschheit vor einem Atomkrieg bewahrte (hier mehr dazu).

Mit der Historie Dresdens hatten diese Menschen nichts zu tun - Prince Edward schon. Die meisten Nicht-Briten kennen ihn bestenfalls als diejenigen, der beim Tennisturnier von Wimbledon die Siegerpokale überreicht, als Mitglied der britischen Royals auf Familienbildern posiert oder mit seiner Cousine Elisabeth II. in der Kutsche fährt.