Dresden Große Nervosität vor Auftakt im Freital-Prozess

Polizisten in Dresden sichern den Prozess gegen die "Gruppe Freital".

(Foto: dpa)

Demonstranten und Besucher versammeln sich schon Stunden vor Beginn. Dann schlägt auch noch ein Sprengstoffhund an.

Von Annette Ramelsberger, Dresden

Unter großer Anspannung beginnt heute in Dresden der Terrorprozess gegen acht Angeklagte aus dem sächsischen Freital. Ihnen wird versuchter Mord und die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen Sprengstoffanschläge auf zwei Flüchtlingsheime, mehrere Politiker und ein linkes Wohnprojekt begangen haben.

Schon morgens war das Hochsicherheitsgericht am Rande von Dresden von Besuchern und Demonstranten umlagert. Kurz vor 8 Uhr schlug ein Sprengstoffhund an - daraufhin wurde eine Wand des neu errichteten Gebäude aufgestemmt. Polizisten suchten mit einem Stethoskop nach möglicherweise dort verbautem Sprengstoff und röntgten die Wände. Man fand nichts, offenbar hatte der Hund auf ein Gummipflegemittel angesprochen.

Die Sicherheitsbehörden sind deswegen so angespannt, weil die Angeklagten mit erheblichen Mengen an hochexplosivem Sprengstoff aus in Deutschland nicht zugelassenen Böllern hantiert hatten, die sie aus Tschechien bezogen. Und weil sie eingebettet sind ein Netz von Freunden und Unterstützern. Für das Verfahren wird ein neues Gebäude, das eigentlich als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge geplant war, genutzt.

Vor dem Eingang protestierten Angehörige der Antifa Leipzig und Dresden. "Sachsen ist das Kernland des NSU. Jetzt gibt es wieder eine Terrorgruppe in Sachsen und wieder den Verdacht, dass Mitglieder der Gruppe Freital von Polizisten informiert wurden", sagt ihr Sprecher Lasse Krüger. "Wie kann nach dem NSU wieder so etwas passieren? Wo sind die Reformen?"

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