bedeckt München 22°

Rösler beim Dreikönigstreffen der FDP:Kraftlos gegen die Krise

Der FDP-Parteichef und sein Nachfolger? Philipp Rösler (rechts) muss Konkurrenz durch Fraktionschef Rainer Brüderle befürchten.

(Foto: AFP)

Er forderte Solidarität ein, pries das Leitmotiv "Freiheit", doch die Zuhörer zeigten sich reserviert. FDP-Parteichef Rösler konnte seine Partei beim Dreikönigstreffen in Stuttgart nicht mitreißen. SPD und Grüne sprachen von einer Abschiedsveranstaltung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rösler versucht den Befreiungsschlag: Der FDP-Vorsitzende hat seine Parteikollegen beim Dreikönigstreffen in Stuttgart aufgerufen, die Reihen zu schließen. Zur Glaubwürdigkeit gehöre, Positionen zu beziehen und Haltung zu zeigen. "Aber Glaubwürdigkeit ist auch eine Frage des Stils, der Fairness, der Solidarität." Die Liberalen hätten am 20. Januar bei der Wahl in Niedersachsen alle Chancen auf einen Erfolg, dies wäre die beste Voraussetzung für die Bundestagswahl. Vom Dreikönigstreffen müsse das Signal ausgehen, "dass wir gemeisam bereit sind zu kämpfen". Die rund 1400 Gäste quittierten die Rede mit zweiminütigem Applaus. Unterstützung aus der Basis klingt anders.
  • Brüderle fordert Kämpfertum: Rainer Brüderle hat sich bei seiner Rede entschlossen gezeigt. "Wir müssen aufstehen und kämpfen. Wir müssen an uns selbst glauben", sagte der FDP-Fraktionschef, der für seine Rede viel Applaus erhielt. Die FDP sei zäh. Drei Jahre habe die Partei in Berlin Asche auf ihr Haupt gestreut. Jetzt müsse gekämpft werden. Bei der Bundestagswahl sei ein erneuter großer Erfolg von Schwarz-Gelb mit "Stil, Inhalt und Personen" erreichbar.
  • Niebel rechnet mit FDP-Spitze ab: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ist bei seinem Redebeitrag mit der Parteiführung hart ins Gericht gegangen. "Es zerreißt mich innerlich, wenn ich den Zustand meiner Partei sehe. So wie jetzt kann es mit der FDP nicht weitergehen." Ausdrücklich mahnte Niebel personelle Veränderungen an. "Wir sind als Team noch nicht gut genug aufgestellt." Die Liberalen müssten rasch die Führungsfrage klären. Die bislang für den Parteitag in Mai geplante Neuwahl der Führungsspitze komme zu spät. "Die FDP kann es sich nicht leisten, dass sie die notwendigen Entscheidungen weiter aufschiebt."