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Doping:Russlands neues Etikett

Absurd: Der olympische Sport schützt die Täter.

Vier Jahre lang wird Russland von Olympia und anderen Sportveranstaltungen ausgeschlossen. Das ist die Reaktion der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) darauf, dass in Moskau nicht nur ein Staatsdopingsystem aufgezogen wurde - sondern nach dessen Enttarnung bis 2019 weiter Daten manipuliert wurden. Vier Jahre, das klingt hart. Aber was genau wird da ausgeschlossen? Die Nationalflagge und die Nationalhymne. Und was nicht? Die russischen Athleten!

Im Rahmen der letzten Sperre, 2018 durch das Internationale Olympische Komitee (IOC), traten dennoch 168 russische Sportler bei den Winterspielen in Pyeongchang an. Nicht für "Russland (RUS)", sondern als "Olympische Athleten aus Russland (OAR)". So wird es auch im Sommer 2020 in Tokio sein. Es wird nur umetikettiert. Besonders absurd ist im Wada-Beschluss die Vorgabe, dass nur nachweislich nicht ins Dopingsystem verstrickte Sportler mitmachen dürfen. Darauf zielte ja die Datenmanipulation: dass niemand sagen kann, wer Teil des Betruges war.

Der Weltsport muss sich wehren, wenn nicht nur einzelne Athleten, sondern ganze Staaten seine Wettkämpfe unterminieren. Aber unter der Regie des deutschen IOC-Chefs Thomas Bach wehrt er sich so durchschaubar halbherzig, dass er damit nicht seine Integrität schützt - sondern die Täter.