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Donald Trump:Ende der Narrenfreiheit

Facebook greift gegen die Unwahrheiten des Präsidenten durch.

Von Simon Hurtz

Facebook hat im April versprochen: Wir löschen gefährliche falsche Behauptungen über das Coronavirus. Jetzt hat Facebook genau das getan. Warum die Aufregung? Die Sperrung trifft den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der in einem Auftritt bei seinem Lieblingssender Fox News schwadroniert, Kinder seien "quasi immun" gegen eine Infektion. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg.

Erstmals wendet Facebook seine Corona-Richtlinien auf den Präsidenten an. Trump lotet seit Monaten aus, wie weit er gehen kann: Hydroxychloroquin gegen Covid-19? Schüsse auf angebliche Plünderer? Mark Zuckerberg, der kein "Hüter der Wahrheit" sein will, ließ ihm fast alles durchgehen. Bis jetzt: Vier Stunden nachdem Trumps Wahlkampfteam das Video geteilt hatte, griff Facebook durch.

Das kann aber nur ein Anfang sein. Facebook nimmt politische Werbung von seinen Faktenchecks aus. Deshalb darf Trump bezahlte Lügen über Joe Biden verbreiten: Seine Kampagne gab etwa eine halbe Million Dollar für 1400 Anzeigen aus, die mehr als 22 Millionen Menschen sahen. Doch es wäre falsch, immer nur auf Facebook zu schimpfen. Auf Youtube ist das Video nach wie vor online - und die Reichweite, die Trump mit seinen Lügen auf Fox News erzielt, dürfte alle sozialen Netzwerke übertreffen.

© SZ vom 07.08.2020

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