Doktortitel in der Politik Club der akademischen Schönfärber

Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei seiner Doktorarbeit massiv abgeschrieben haben. Doch der Verteidigungsminister wäre nicht der Erste, der ohne großen Aufwand ein "Dr." vor dem Namen stehen haben wollte.

Von Thorsten Denkler, Berlin

Wie schön muss es doch sein, einen Doktortitel zu führen. So ein "Dr." vor dem Namen verschafft einem in gewissen Kreisen noch Respekt. Wie blöd muss es dann sein, wenn herauskommt, dass der Titelträger nicht mit der nötigen Sorgfalt zur Sache gegangen ist. Abkupfern, blenden, im schlimmsten Fall mit Geld den Titel kaufen.

Der schöne Schein: "Junge, mach den Doktor. Dann kannste noch so großen Unsinn reden - jeder wird dir glauben."

(Foto: istock, sde)

Das hat es wohl immer schon gegeben. Zum Skandal wird es, wenn geachtete Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Wettbewerb um akademische Ehren zu unlauteren Mitteln greifen. Die Plagiatsvorwürfe gegen Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg reihen sich ein in eine lange Reihe von prominenten Schönfärbern.