Diskussion um Sonderabgabe:FDP-Mitglieder sollen Wahlkämpfe finanzieren

Hermann Otto Solms,Bundesschatzmeister der FDP.

FDP-Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms hat bereits durchgerechnet, welcher Sonderbeitrag fällig wird, um die Partei zu retten.

(Foto: dpa)
  • Die FDP will von ihren Mitgliedern einen Sonderbeitrag von 2015 bis 2017 in Höhe von 25 Euro pro Jahr erheben.
  • Das Geld soll bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eingesetzt werden, die für die Partei enorm wichtig sind.
  • Die Strategie des Hamburger Wahlkampfes soll wiederholt werden.

Zur besseren Finanzierung der anstehenden Landtagswahlen will die ums Überleben kämpfende FDP ihre Mitglieder zusätzlich um Geld bitten. Nach dem Erfolg der Partei bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg wolle die FDP "zusätzliche Mittel in die neue Gemeinsamkeit" investieren, sagte ein Parteisprecher. "Deswegen diskutieren wir die Sonderumlage."

Der Sprecher bestätigte Informationen der Ulmer Südwest Presse, wonach beim FDP-Bundesparteitag im Mai in Berlin über eine entsprechende Satzungsänderung entschieden werden soll.

Der Zeitung zufolge heißt es in dem an die Delegierten verschickten Antrag: "Zur Finanzierung besonderer Aktivitäten oder Kampagnen der Partei soll nunmehr satzungsrechtlich die Möglichkeit geschaffen werden ... zeitlich befristet und der Höhe nach begrenzt durch den Bundesparteitag eine Sonderumlage zu beschließen". Für die Satzungsänderung ist demnach beim Parteitag eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Sonderumlage über den normalen Mitgliedsbeitrag hinaus.

Nach Angaben der Südwest Presse nannte FDP-Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms intern bereits konkrete Zahlen. Danach soll jedes FDP-Mitglied neben dem normalen Mitgliedsbeitrag von 2015 bis 2017 jedes Jahr 25 Euro extra zur Rettung der Partei beitragen. Rechnerisch könne die Sonderumlage bis zur Bundestagswahl 2017 so bis zu 4,2 Millionen Euro in die FDP-Kasse spülen.

"Erfolgsmodell Hamburg fortsetzen"

Der Parteisprecher betonte, auch die bisherige Finanzplanung der Partei beinhalte ein Wahlkampfbudget. Die Parteiführung wolle nun aber "das Erfolgsmodell Hamburg fortsetzen bis zur Bundestagwahl". Die dort praktizierte "enge Verzahnung" von Aktionen zwischen Landes- und Bundespartei solle für alle anstehenden Landtagswahlen "zusätzlich" angeboten werden. Dies würde aber auch zusätzliches Geld kosten.

Die FDP hatte bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg Mitte Februar nach einer Serie von Niederlagen den Wiedereinzug in das Landesparlament geschafft und ihr Ergebnis sogar auf 7,4 Prozent verbessern können. 2016 stehen für die FDP womöglich entscheidende Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg an.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB