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Diskussion in den USA:Wie Obama seine Guacamole mag

Obama winks at visitors and reporters watching as he returns after travel from Tennessee to the White House in Washington

Keine Erbsen in die Guacamole: Barack Obama mag es klassisch.

(Foto: REUTERS)

Was gehört in die Guacamole? Erbsen, meint die "New York Times". Nicht nur Barack Obama und Jeb Bush stößt das auf.

Es gehört nicht viel zu einer guten Guacamole, dem Dip aus Mexiko, den schon die Azteken zusammengerührt haben sollen. Als Grundzutat genügen Avocados und Salz, mit Limettensaft, Knoblauch und Chili lässt sich der grüne Brei aufpeppen. Worauf bisher noch niemand gekommen ist: Einer Guacamole Erbsen unterzumischen.

Das hat nun die New York Times erledigt: Ein Guacamole-Rezept mit grünen Erbsen veröffentlicht und damit Aufsehen bis in die oberste politische Ebene der USA erregt. "Geben Sie Erbsen zu Ihrer Guacamole. Vertrauen Sie uns", schrieb die New Yorker Zeitung, verlinkte auf ihren (übrigens sehr lesenswerten) Foodblog - und traf ganz offensichtlich einen Nerv.

"Zwiebeln, Knoblauch, Chili" mag der Präsident

Man kann den Erregungsgrad der Geschichte einmal an der Zahl der Retweets messen, die der Beitrag bei Twitter erhalten hat: 622 zum Zeitpunkt, als dieser Text verfasst wird. Und man kann ihn an den Personen messen, die darauf reagiert haben.

Da wäre zum einen: Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten. In einer öffentlichen Fragestunde zum ebenfalls emotionalen, aber guacamolefreien Thema #Obamacare (Krankenversicherung für alle US-Amerikaner) interessierte sich ein Follower für Obamas Haltung zum Guacamole-Rezept der NYT. Der Präsident reagierte: Er respektiere die Zeitung, aber Erbsen gehörten nicht in den Dip. "Zwiebeln, Knoblauch, Chili. Klassisch", schrieb Obama. Dafür gab es 13 365 Retweets.

Und weil Jeb Bush, der kleine Bruder von George W., Obama bald im Amt nachfolgen möchte, äußerte er sich ebenfalls. "Man macht keine Erbsen in Guacamole", schrieb der republikanische Kandidat bei na-wo-wohl und mischte sich damit in die Diskussion eines kleinen, aber doch beachtlichen Teils der Internetgemeinde über ein Dip-Rezept ein.

Ob die Debatte damit beendet ist? Unklar. Bei Jeb Bush jedenfalls flaute die Resonanz schon wieder ab. Zahl der Retweets: 407.

© Süddeutsche.de/fued/anri
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