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Diplomatie:An der Grenze verschwunden

Ein Mitarbeiter des britischen Konsulats wurde offenbar vor mehr als zehn Tagen in China festgenommen, als er über die Grenze wollte. Die Regierung in London ist "besorgt" über den Vorgang.

Ein Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong ist offenbar in China festgenommen worden. "Wir sind über Berichte besorgt, dass ein Mitarbeiter unseres Teams bei der Rückkehr von Shenzhen nach Hongkong festgenommen worden ist", teilte am Dienstag das britische Außenministerium in London mit. Simon Cheng Man-Kit werde seit einer Geschäftsreise vermisst, berichteten lokale Medien. Er hatte demnach ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht. Der 28-Jährige sei bereits am 8. August an der Grenze auf dem Weg zurück nach Hongkong verschwunden, meldete die Londoner Zeitung The Guardian. "Ich überquere jetzt die Grenze. Bete für mich", soll er an seine Freundin geschrieben haben. Die Regierung in Peking hatte London gewarnt, sich in den Konflikt in der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong einzumischen, die seit 1997 wieder zu China gehört.

Angesichts der Massenproteste der Demokratiebewegung hat Hongkongs chinatreue Regierungschefin Carrie Lam Gesprächsbereitschaft signalisiert. Lam kündigte am Dienstag eine "Plattform zum Dialog" an. Sie und ihre Regierung seien "entschlossen, zuzuhören, was die Leute uns zu sagen haben". Ein konkretes Angebot an die Protestbewegung machte Lam aber nicht, es gehe um einen Dialog "mit Menschen aus allen Lebensbereichen". Am Wochenende waren in der früheren britischen Kronkolonie mit ihren 7,5 Millionen Einwohnern mehr als eine Million Menschen friedlich auf die Straßen gegangen. Die Proteste für Freiheit und Demokratie dauern bereits zweieinhalb Monate. Auslöser der Demonstrationen war ein inzwischen auf Eis gelegter Gesetzentwurf. Er sah vor, mutmaßliche Kriminelle an China auszuliefern. Als Sonderverwaltungszone hat Hongkong eigentlich noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert.