Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verfolgt von seinem Büro im Rathaus am Marienplatz aus die Koalitionsverhandlungen in Berlin. Es nervt ihn mächtig, dass die Städte und Gemeinden bisher kaum vorkommen, wenn es um das politische Programm der nächsten Bundesregierung geht. Er sitzt noch nicht auf seinem Stuhl, es ist noch keine Frage gestellt, da legt er schon los mit seiner Kritik. Reiters Stimme sollte Gewicht haben, er ist Oberbürgermeister der größten deutschen Kommune. Berlin und Hamburg genießen als Stadtstaaten den Status eines Bundeslandes. Im Gespräch mit der SZ fordert er mehr Geld für die Kommunen aus dem Sondervermögen, Gesetzesänderungen für günstigere Mieten und mehr Mitsprache in Berlin.
Interview mit Dieter Reiter„Wir bräuchten dringend einen Vertreter der Kommunen im Kabinett“
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200 statt 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen, weniger Bürokratie und vielleicht sogar ein eigenes Ministerium für Städte und Gemeinden: Münchens Oberbürgermeister fordert für sie mehr Aufmerksamkeit in der künftigen Bundesregierung.
Interview von Heiner Effern