Bundeskanzlerin Angela Merkel will nach den Rückschlägen der letzten Woche der Koalition zu einem Befreiungsschlag verhelfen. Weil Fahrverbote in Dutzenden Städten drohen, ist der Abgas-Skandal längst kein Thema mehr für ein paar Wähler der Grünen. Seit SUV-Fahrern aus Starnberg die Fahrt nach München oder Handwerkern aus Leverkusen der Transport nach Düsseldorf verwehrt werden soll, trifft der gesamte Volkszorn die Politik.
Das Schicksal der Koalition hängt nun also auch an der Aufgabe, ein 125 Jahre altes Patent irgendwie zukunftsfähig zu machen. Die Probleme mit dem Dieselmotor zeigen sehr plastisch, warum die Koalition so viel Vertrauen eingebüßt hat. Jahrelang haben Union und SPD eine Lösung der Dieselkrise verschleppt. Aktiv werden sie nun nicht, weil die Schadstoffwerte steigen, sondern weil die Umfragewerte in den Keller gehen.
Als fast sicher gilt deshalb, dass die Regierung am Montag ein Diesel-Konzept verabschiedet. Das erzwingen schon die Landtagswahlen. Zu bezweifeln ist, dass die Luftprobleme in den Städten damit rasch gelöst werden. Die erhoffte Nachrüstlösung steht noch gar nicht zur Verfügung. Der Tausch in Euro-6-Fahrzeuge bringt der Umwelt kaum Besserung. Die Dieselkrise geht also weiter. Die der Regierung auch.