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Die Sprüche des Gregor Gysi:"Man muss eine große Fresse haben"

Bundestagswahl historisch

Aufschlag im Wahlkampf 1998: Gregor Gysi präsentiert die Plakate der PDS.

(Foto: dpa)

Gregor Gysi gibt den Fraktionsvorsitz im Bundestag ab - nach zwanzig Jahren und drei Herzinfarkten. In seinen Reden bekamen viele ihr Fett weg: Die Kanzlerin. Die Ostalgiker. Und die Bayern. Ein Abschiedsgruß in 23 Zitaten.

Gysi über politische Gegner:

"Frau Merkel, wo ist sie überhaupt? Ach, da hinten. Sie betreut ihre Staatssekretäre, das ist auch nötig." (2010 bei einer Rede im Bundestag)

"Fragen Sie uns, wir sagen Ihnen, was im Grundgesetz drin steht." (2010 bei einer Rede im Bundestag an die Abgeordneteten der FDP)

"Schröder hat eine neoliberale Gesetzgebung gemacht, von der hätte Kohl nicht einmal zu träumen gewagt." (2008 auf dem politischen Aschermittwoch der Linkspartei über die Agenda 2010 des SPD-Kanzlers)

"Ja nun warte doch mal, Frau Künast. Du wirst das auch noch verstehen." (2009 bei einer Rede im Bundestag)

...über politische Freunde:

"Ein Linker muss nicht arm sein, ein Linker muss gegen Armut sein." (2005 in einem Interview zum Vorwurf gegen Oskar Lafontaine, er sei ein Luxus-Linker)

"Heute ist einfach ein großer, ein schöner Tag auch in meinem Leben, das muss ich sagen. Dass ich das noch erlebe." (2014 zur Wahl Bodo Ramelows in Thüringen; der Parteifreund wurde der erste Ministerpräsident der Linken)

...über sich selbst:

"Ich bin Zentrist. Das bedeutet, mit allen Ärger zu haben." (2011 in einem Interview)

"Männer können in der Regel keine Feministen sein, ich kenne nur eine Ausnahme - mich selbst." (2012 in einem Interview)

"Ich bin entgegen allen Gerüchten nicht klein, sondern kurz. Und wenn man kurz ist, muss man eine große Fresse haben, weil man sonst gar nicht wahrgenommen wird." (2015 in einem Interview).

"Wenn ich gewusst hätte, was alles auf mich zukommt, hätte ich es höchstwahrscheinlich nicht gemacht" (2015 in einem Interview über seine Entscheidung für eine Politkarriere)

..über die DDR:

"Das Parlament hat soeben nicht mehr und nicht weniger als den Untergang der Deutschen Demokratischen Republik zum 3. Oktober 1990 beschlossen." (1990 nach dem Beitrittsbeschluss der DDR-Volkskammer)

"Die beste Staatssicherheit ist immer noch die Rechtssicherheit." (1989 bei einer Rede auf dem Berliner Alexanderplatz)

"Wer die deutsche Einheit haben will, muss sich auch mit mir abfinden. Billiger ist sie nicht zu haben." (1996 bei einer Rede im Bundestag)

"Die Mauer war nun mal Mist." (2011 in einem Interview zu Versuchen, den Mauerbau zu entschuldigen)

"Ich habe zu keinem Zeitpunkt über Mandanten oder sonst jemanden wissentlich und willentlich an die Staatssicherheit berichtet." (2011 in einer eidesstattlichen Erklärung zu Vorwürfen, Gysi habe als "IM Gregor" oder "IM Notar" für die DDR-Staatssicherhiet gearbeitet).

...über den Verfassungsschutz:

"Nunmehr stellt sich endgültig heraus, dass der Verfassungsschutz ballaballa ist." (2012 in einem Interview, nachdem die intensive Überwachung der Linken-Bundestagsfraktion bekannt wurde)

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..über seine Tante Doris Lessing:

"Ich freue mich wirklich wahnsinnig. Eine Tante als Nobelpreisträgerin - mehr geht nicht, höchstens wenn man ihn selber bekommt, aber wofür?" (Zur Nobelpreisvergabe an Doris Lessing 2007)

...über Arm und Reich:

"Sie machen bei Griechenland Versailles, die brauchen aber Marshall." (2012 bei einer Rede im Bundestag)

"Wenn bei einer kleinen Schicht der Reichtum wächst, wächst bei einer viel größeren die Armut. Deswegen sage ich: Wer Armut bekämpfen will, muss Reichtum begrenzen; ich sage nicht: den Reichtum bekämpfen." (1999 in einem Interview).

...über Terrorismus:

"Terrorismus kann man nicht mit der höchsten Form des Terrorismus, nämlich Krieg, bekämpfen." (2011 bei einer Rede im Bundestag)

...über Bayern:

"Ich verstehe die Bayern nicht: Seit 50 Jahren immer die gleiche Regierung. In der DDR war das auch so, aber da gab's keine andere Möglichkeit." (2002 in einem Interview)

"Mir ist schon schlecht, aber ich fahre trotzdem hin." (Vor dem Starkbierfest Nockherberg, 2015)

...über seinen Abschied:

"Ich musste schon deshalb aufhören, weil ich jetzt schon länger eine Abgeordnetengruppe beziehungsweise Fraktion leite als Herbert Wehner und Wolfgang Mischnick - und da sagte ich mir: Gregor, nicht übertreiben!" (2015 bei einer Rede im Bundestag, seiner letzten als Fraktionsvorsitzender)