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SZ-Korrespondenten: Reaktionen:Türkei: Bis sich der Staub legt

Die veröffentlichten Depeschen zeigen ein großes Misstrauen der USA gegenüber Ankara. Erdogan wird als "sturer" und uninformierter "anatolischer Volkstribun" beschrieben, der allzu oft islamistischen Einflüssen erliege, sein Außenminister Ahmet Davutoglu, auf den die aktive Außenpolitik der Türkei zurückgeht, wird als "äußerst gefährlich" eingestuft.

Die große Zeitung Milliyet meint, es sei "klar, dass der größte Schaden für die türkisch-amerikanischen Beziehungen nicht von einem Streit über al-Qaida oder die PKK herrühren wird, sondern von der Art und Weise wie die Amerikaner über die türkischen Politiker sprechen".

Die türkische Regierung gab sich in ersten Reaktionen betont zurückhaltend. "Die Seriösität von Wikileaks ist zweifelhaft", sagte Premier Tayyip Erdogan. Auch Energieminister Taner Yildiz sagte, man wolle mit einer öffentlichen Einschätzung zunächst warten bis "Staub und Rauch sich gelegt haben".

Kai Strittmatter, Istanbul