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Die Parteien nach der Landtagswahl in Niedersachsen:SPD - knapperes Ergebnis als nötig

Dem knappen Sieg zum Trotz: Wäre Stephan Weil ein wenig aufbrausender von Gemüt, es wäre ihm nicht zu verdenken, würde er Peer Steinbrück eine wohl gesetzte Ohrfeige verpassen. Die Debatten um Vortragshonorare, den richtigen Preis für eine Flasche Pinot Grigio oder das Gehalt der Kanzlerin haben dem Ansehen des SPD-Kanzlerkandidaten geschadet - aber auch Weil den sicher geglaubten Wahlsieg in Niedersachsen verhagelt. So knapp hätte es nicht enden müssen.

Landtagswahl Niedersachsen

Knapper Sieg: SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil feiert das späte Ergebnis.

(Foto: dpa)

Dennoch kann Steinbrück erst mal weitermachen. Ungeachtet seiner Fehltritte hat die SPD 2,3 Prozentpunkte zugelegt und kommt in Niedersachsen auf 32,6 Prozent. Eine Marke, von der die SPD im Bund nur träumen kann. Rot-Grün aber kann es nur geben, weil die Grünen so deutlich hinzugewonnen haben. Das lässt die Hoffnung keimen, dass es mit oder besser trotz Steinbrück bei der Bundestagwahl klappen kann.

Jedenfalls sind die Zweifel nicht so groß, als dass Steinbrück jetzt das Weite suchen müsste. Das würde die Partei eher noch mehr verunsichern. Zumal Hannelore Kraft als einzige Alternative derzeit für nichts in der Welt ihren Traumjob als Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen mit einem Posten in Berlin tauschen würde. Und sei es mit dem der Kanzlerin. Die SPD wird den Wahlkampf 2013 ziemlich sicher mit Peer Steinbrück bestreiten müssen.

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