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Folgen für Schwarz-Gelb:Dann ist da noch Rainer Brüderle

Merkel wird noch nicht offen in Frage gestellt. Die CDU ist seit jeher eine Kanzler(innen)partei. Die Chefin wird nicht gestürzt. Aber die Stimmen werden lauter werden, die nach einer klaren Kurskorrektur rufen.

Diese dürfte auch nötig sein. Die Frage ist nur, ob die Partei dazu die Kraft hat. Und die Koalition.

Die größte Gefahr für die Stabilität der Bundesregierung geht von der seit heute völlig verunsicherten FDP aus. Vorbei ist es mit der vagen Hoffnung der Liberalen, irgendwie noch Aufwind zu bekommen.

An den Wahlergebnissen soll man ihn messen, hatte Westerwelle beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart gesagt, um seine Kritiker mundtot zu machen. Danach hat er innenpolitisch Ruhe gegeben und versucht, einen halbwegs ordentlichen Außenminister zu geben. Letzteres ließ sich gut an - bis er glaubte, sich im UN-Sicherheitsrat mit einer Enthaltung zur Libyen-Resolution zum Friedensaußenminister stilisieren zu können.

Neuwahlen: nicht ausgeschlossen

An der Spitze der FDP stehen neben Westerwelle wenigstens zwei weitere Totalausfälle. Fraktionschefin Birgit Homburger gilt zwar als gewiefte Taktiererin im Sinne ihrer Fraktion. In der Außenwahrnehmung aber schafft sie es nicht, Sympathien auf sich zu ziehen. Sie ist übrigens FDP-Landeschefin in Baden-Württemberg, jenem Stammland der FDP, in dem alles unter acht Prozent eine Peinlichkeit ist.

Dann ist da noch Rainer Brüderle, Wirtschaftsminister und Landeschef in Rheinland-Pfalz. Er müsste nach der Protokoll-Affäre eigentlich wegen parteischädigenden Verhaltens aus der FDP ausgeschlossen werden. Brüderle, bisher der Einzige, der Westerwelle kurzfristig hätte beerben können, hat sich nun als Rivale disqualifiziert.

Im Mai ruft die FDP zum Parteitag nach Rostock. Unwahrscheinlich, dass Westerwelle dort freiwillig abtritt. Schon weil es keine Alternative gibt, wird er im Amt bleiben.