Schon 1955 verkündete der deutsche Physiker Max Born, das Atom schließe "zugleich eine fürchterliche Drohung und eine strahlende Hoffnung in sich ein".

Die Drohung hatte sich durch die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Doch die fortschrittsgläubigen fünfziger Jahre ließen sich auch von den Möglichkeiten der zivilen Nutzung beeindrucken.

Die CDU der Adenauer-Zeit investierte in die Atomkraft. Und auch die SPD zeigte sich in der Präambel ihres "Godesberger Programms" zuversichtlich, dass durch die "täglich wachsende Macht über die Naturkräfte" mehr "Wohlstand für alle" zu erreichen sei. 1961 ging das erste deutsche Kernkraftwerk in Kahl ans Netz.

SPD-Parteitag in Bad Godesberg 1959: Willy Brandt (links) im Gespräch mit dem Parteivorsitzenden Erich Ollenhauer, rechts neben Ollenhauer Herbert Wehner/ Foto: dpa

6. Juli 2009, 10:012009-07-06 10:01:00 ©