Die Baustellen im Nahost-KonfliktVielschichtig, verworren, verhandelbar

Bei der Konferenz in Annapolis soll der ewige Nahost-Konflikt gelöst werden. In ihm spielen längst nicht mehr nur die Interessen von Israelis und Palästinensern eine Rolle. Welche Konflikte bestehen - und wie sie miteinander verknüpft sind. Von Gökalp Babayigit

Israelis und Palästinenser - der hundertjährige Kampf ums Heimatland

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern wird oft als Kern-Problem der gesamten Region bezeichnet. An ihm entzündeten sich in der Vergangenheit immer wieder ernste diplomatische Krisen und Kriege.

Im Grunde handelt es sich bei dem Konflikt um einen Territorial-Konflikt, in dem die Ansprüche beider Parteien bevorzugt mit ethnischen und teilweise auch mit religiösen Argumenten legitimiert und überhöht werden.

Die Wurzeln dieses Konflikts reichen bis ins vorvergangene Jahrhundert, als Juden im Zuge der Pogrome aus Europa auswanderten und sich im heutigen Israel niederließen. Nach Zerfall des Osmanischen Reiches fiel die Aufgabe den Briten zu, das Gebiet Palästina zu verwalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab Großbritannien dieses Mandat wieder ab. Die neu gegründeten Vereinten Nationen erstellten daraufhin für das Gebiet Palästina einen Teilungsplan, der die Gründung eines israelischen sowie eines arabischen Staates vorsah. Der Konflikt, der zwischen Juden und Arabern lange schwelte, sollte daraufhin ausbrechen.

Während des ersten Palästina-Krieges kurz nach der Gründung Israels am 14. Mai 1948 sowie des Sechs-Tage-Kriegs 1967 wurden große Teile der palästinensischen Bevölkerung vertrieben. Die Folgen des Krieges von 1967 sind heute noch Reizpunkte, an denen sich der Konflikt zwischen Israelis und Arabern immer wieder entzündet.

Vor allem nach Ende des Ost-West-Konflikts konnten zwar einige diplomatische Erfolge auf dem Weg zum Frieden in der Region erzielt werden, die auch heute noch Bestand haben. So herrscht etwa zwischen den ehemaligen Kriegsparteien Israel und Jordanien seit 1994 Frieden. Doch die Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern sind zu zahlreich, als dass eine Einigung leicht zu erreichen wäre. Der auch von den USA favorisierten Zwei-Staaten-Lösung stehen viele Hindernisse im Weg.

Foto: AFP

27. November 2007, 11:032007-11-27 11:03:00 ©