Dexcar Verdacht auf Mietwagen-Betrug

Das Unternehmen mit Sitz in Essen steht unter Verdacht, mehrere Zehntausend Autofahrer in vielen Ländern geprellt zu haben.

Von Uwe Ritzer und Ulrike Sauer, Essen/Rom

Es handelt sich womöglich um den größten Betrugsfall mit Mietautos in Europa: Ein Unternehmen mit Sitz in Essen steht nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung und WDR im Verdacht, mit einem illegalen Pyramidensystem mehrere Zehntausend Autofahrer in vielen Ländern geprellt zu haben. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Bochum gegen die Firma Dexcar Autovermietung unter anderem wegen Betrugsverdachts. Nach Angaben eines Behördensprechers ist "eine Vielzahl von Kunden" im ganzen Bundesgebiet betroffen. Auch in Österreich und Italien laufen Ermittlungen; die Kartellbehörde in Rom verhängte bereits eine Strafe in Höhe von 400 000 Euro gegen die Firma, die alle Vorwürfe bestreitet. Sie hat ihren Firmensitz in Essen inzwischen geräumt und betreibt die Geschäfte von Weißrussland aus hauptsächlich im Internet weiter. Dexcar bietet Autofahrern an, für eine verhältnismäßig geringe Einmalzahlung "quasi kostenlos 24 Monate ein neues Auto zu fahren".