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Am Ende seines Statements bricht ihm kurz die Stimme: Der britische Premierminister Keir Starmer erklärt am Montagvormittag vor seinem Amtssitz seinen Rückzug.
Am Ende seines Statements bricht ihm kurz die Stimme: Der britische Premierminister Keir Starmer erklärt am Montagvormittag vor seinem Amtssitz seinen Rückzug. Kin Cheung/AP/dpa

SZ am Morgen.

Von Jens Schneider

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Es war ein anrührender Moment, als Keir Starmer sich an diesem Montagmorgen vor 10, Downing Street als Premierminister von den Briten verabschiedete. Da stand ein Politiker, der die Wucht der Welle des Unmuts nicht begreifen konnte, die ihn nur zwei Jahre nach seinem Erdrutschsieg hinwegreißen würde, weg aus dem Amt des britischen Premiers. Was ist passiert, dass er so schnell so unfassbar unbeliebt war, dass seine Labour-Partei gar keine andere Wahl mehr sah, als ihn zu ersetzen?

Diese Härte, sie sagt viel über das heutige Großbritannien, das sich seit dem Brexit verloren zu haben scheint, wie gebrochen wirkt. Häufig lese ich den Begriff „Broken Britain“, eine ebenso traurige wie markante Beschreibung für ein Land. Am Ende sagt die Dynamik des Machtwechsels mehr über das tief erschütterte Land selbst als über den glücklosen und – gewiss, wer ist das nicht? – fehlerhaften Keir Starmer oder seinen designierten Nachfolger Andy Burnham, wie Michael Neudecker kommentiert.

Warum macht er das? Ist es Kalkül oder seine Überzeugung, und ist er tatsächlich überrascht über die Wirkung seiner Aussagen? Etwas häufiger als früher stellen Politiker in diesen aufgewühlten Zeiten die Öffentlichkeit vor Rätsel, so wie jetzt Luigi Pantisano mit seinen verstörenden Aussagen über die CDU. Inhaltlich wie politisch ein bizarrer Vorgang in einer Zeit, in der es seiner Linken gerade besonders gut ging. Valerie Höhne ergründet Pantisanos kommunikatives Desasters, das mit der Entschuldigung kaum ausgeräumt ist.

Es gibt Momente, wo ich Freundinnen oder Freunden gern mal sage: Kann ja sein, dass du dich nicht für Theater, Poesie oder Fußball interessierst, aber diese Inszenierung wird dich berühren, oder dieses Gedicht – oder diese besondere Geschichte aus dem Stadion. Womit wir gedanklich in Dallas sind und bei der Geschichte des Lionel Messi, für die SZ erzählt von Javier Cáceres – über einen Fußballspieler, der in seiner so ruhigen Art jetzt zum erfolgreichsten Torschützen der WM-Geschichte wurde. Zu dieser Geschichte gehört auch die Heiterkeit, mit der Miroslav Klose, der bisherige Rekordhalter, im Gespräch mit der SZ gratuliert. Auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem Liveblog zur Fußball-WM.

Fußball-WM 2026

Torrekord: Messi denkt an die Ewigkeit. Lionel Messi vergibt gegen Österreich früh im Spiel einen Elfmeter – schüttelt dann aber schnell jede Gefahr eines Traumas ab und schreibt in Dallas Geschichte. Zum Artikel

  • EXKLUSIV Klose gratuliert Messi zum Torrekord
  • Liveblog zur Fußball-WM 2026: Warum ein Tor des Senegal für Deutschland noch wichtig werden kann

Zwei Stunden Unterbrechung halten Mbappé nicht auf. Die Partie zwischen Frankreich und Irak muss wegen eines Gewitters in Philadelphia sehr lang pausieren. Der Favorit setzt sich beim 3:0 trotzdem klar durch. Zum Artikel

Was heute wichtig ist

Verteidigungspolitik: Pistorius zweifelt an Deutschlands Verteidigungswillen. Militär allein reicht nicht: Verteidigungsminister Pistorius wirbt für eine neue Sicherheitskultur in Deutschland. Die ganze Gesellschaft solle bereit sein, für ihre Freiheit einzustehen. Denn es gehe nicht darum, einen Staat zu verteidigen, sondern die Art zu leben. Noch zweifelt er am Verteidigungswillen. Zum Artikel

Expertin: „Es ist aberwitzig zu glauben, dass bis zum 1. Juli der große Wurf gelingt“. Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach erklärt, warum Politik kein Lieferservice ist und welche Erwartungen die Regierung mit dem „Sommer der Reformen“ weckt. Sie sagt, wie die Regierung mehr Glaubwürdigkeit ausstrahlen könnte. Zum Interview

SZ-Nachhaltigkeitsgipfel: „Der ‚Tankrabatt‘ war eine sehr schlechte Idee“. Heute beginnt der SZ-Nachhaltigkeitsgipfel in München. Top-Ökonom Gabriel Felbermayr erklärt im Interview, warum die Regierung falsch auf die hohen Benzinpreise reagiert hat, wie chinesische E-Autos den Deutschen helfen und mit welchen Argumenten man AfD-Wähler für die Energiewende gewinnt. Zum Artikel

UN-Vertreterin kritisiert: Protest werde „kriminalisiert“. Die Meinungsfreiheit in Deutschland beschäftigt den UN-Menschenrechtsrat in Genf: Der Freiraum für Kritik an der Nahostpolitik und der Klimapolitik schrumpfe, moniert eine Sonderberichterstatterin Irene Khan. Sie sieht rechtliche Unsicherheiten im Umgang mit einigen Regeln. Zum Artikel

Staatskonzern: VW-Manager wird neuer Bahn-Finanzchef. Bald ist der Bahn-Vorstand wieder komplett: Michael Obrowski soll die vakante Stelle einnehmen. Seine Vorgängerin Karin Dohm war nach nur vier Monaten gegangen – nicht im Guten. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

Die Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-Abo

Dossier Digitalwende: Bundesregierung plant keine Lockerungen für neue Rechenzentren. Am Mittwoch soll das Energieeffizienzgesetz im Bundeskabinett beschlossen werden. Darin sind auch Vorgaben für Rechenzentren. Bei Neubauten soll es laut Gesetzesentwurf keine Lockerung für die Energieeffizienz geben. Auch wichtig: Wie sich Falschinformationen seit dem Brexit-Referendum verändert haben. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: Westliche Sanktionen gegen Moskau wirken jetzt besonders gut. Es klingt absurd – aber der Rohstoffmacht Russland geht das Benzin aus. Mit den ukrainischen Drohnenangriffen steht einer der wichtigsten Wirtschaftszweige buchstäblich unter Beschuss und zieht die gesamte Wirtschaft nach unten. Zugleich wird der Krieg immer teurer. Westliche Sanktionen könnten dem Kiel Institut für Weltwirtschaft zufolge jetzt besonders wirksam sein. Zum Briefing

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