Einen „007“ kennt die deutsche Geheimdienstbürokratie zwar nicht. Der Titel von Philipp Wolff liest sich aber immerhin wie ein dezenter Hinweis auf seine Aufgaben. Jahrelang arbeitete der „Abteilungsleiter 7“ für den Bundesnachrichtendienst (BND). Mal als Chef einer Auslandsvertretung. Mal führte er als Vizepräsident eine BND-Delegation an, die in Saudi-Arabien und der Türkei den großen Gefangenenaustausch zwischen Russland, Belarus und westlichen Ländern forcierte. Inzwischen hat Wolff einen einflussreichen Posten in der Regierung. Kanzler Friedrich Merz (CDU) machte ihn im Mai zu seinem Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt. Nun muss der Abteilungsleiter den Abwehrkampf gegen Sabotage und Spionage durch Russland, gegen die Einflussnahme durch China und den internationalen Terrorismus zusammenführen.
SicherheitspolitikWie Deutschland seine Geheimdienste aufrüsten will
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Im Kampf gegen Sabotage und Terrorismus sollen deutsche Agenten mehr Befugnisse erhalten – auch aus Sorge, vom US-Geheimdienst CIA alleingelassen zu werden. Dürfen sie bei Angriffen künftig auch zurückschlagen?
Von Markus Balser und Roland Preuß, Berlin
