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Deutschland - ein Sklavenhalterstaat:Zwangsarbeit im Dritten Reich

Die Kriegswirtschaft der Nazis wäre ohne das Millionenheer der Zwangsarbeiter zusammengebrochen. Aus mehr als hundert Ländern wurden Menschen verschleppt und dienten als billige Arbeitskräfte - die völlig rechtlos waren.

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Die Kriegswirtschaft der Nazis wäre ohne das Millionenheer der Zwangsarbeiter zusammengebrochen. Aus mehr als hundert Ländern wurden Menschen verschleppt und dienten als billige Arbeitskräfte - die völlig rechtlos waren.

Zwischen sieben und zwölf Millionen Menschen versklavten die Nationalsozialisten während ihrer Diktatur. Ohne die Verschleppten aus den überfallenen Ländern wäre die Kriegswirtschaft der Nazis zusammengebrochen. Deutschland war ein Sklavenhalterstaat.

Zwangsarbeiter dienten als Ersatz für die Arbeiter, die durch den Kriegsdienst fehlten. Für die deutschen Firmen waren sie günstiger als reguläre Arbeiter. Der Staat verdiente an dem Sklavenwesen, denn die Industrie musste Sonderabgaben für die Beschäftigung von Zwangsarbeitern zahlen.

Zurück blieb die Verzweiflung: Besonders in Osteuropa wurden bei Razzien Jagd auf Menschen gemacht. Die zum Sklavendienst Rekrutierten wurden von den Nationalsozialisten verharmlosend als "Fremdarbeiter oder sofern sie aus der Sowjetunion stammten als "Ostarbeiter" bezeichnet. Darunter waren auch Jugendliche oder Kinder, die ihre Eltern begleiten mussten.

Das Konzentrationslager in Auschwitz-Monowitz, in dem die IG-Farben-Gesellschaft das berüchtigte Gift "Zyklon-B" für die Gaskammern des Vernichtungslagers herstellte. Hier wurden mindestens 30.000 Zwangsarbeiter getötet.

Wie in der gesamten deutschen Kriegswirtschaft schufteten in sämtlichen IG-Farben-Werken mehrere hunderttausend Zwangsarbeiter aus den verschiedenen Regionen Europas.

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Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau bei der Herstellung von Waffen. Die Tätigkeiten reichten von leichten Hilfstätigkeiten über schweren Missbrauch der Verschleppten bis zur gezielten "Vernichtung durch Arbeit".

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Zwangsarbeiter im Jahr 1942 beim Trümmerräumen in Osnabrück.

Da die Zwangsarbeiter vielen Vorschriften (z. B. über Sicherheit am Arbeitsplatz) nicht unterlagen, waren sie häufig so begehrt, dass das Deutsche Reich eine sogenannte Ostarbeiterabgabe einführen musste, um die vollständige Verdrängung von deutschen Arbeitern zu vermeiden.

Im Sommer 1944 waren in Deutschland circa 1,9 Millionen Kriegsgefangene und 5,7 Millionen Zivilisten aus dem Ausland offiziell als beschäftigt gemeldet. Mit den aus KZ-Lagern eingesetzten Arbeitern geht man von einer Zahl von zwöllf Millionen Menschen aus, die in irgendeiner Weise zur Arbeit im Deutschen Reich verpflichtet worden waren.

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Im Spätsommer 1944 waren etwa ein Viertel der Arbeitskräfte in der gesamten deutschen Wirtschaft Zwangsarbeiter. Sie wurden in den meisten Industrie- und in vielen mittelständischen und Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt. Zum großen Teil stammten die Opfer aus der besetzen Sowjetunion sowie Teilen Polens. Mehr als die Hälfte waren Frauen, viele damals unter 20 Jahre alt.

Das Bild aus dem Jahr 1942 zeigt einen sowjetischen Kriegsgefangenen am Montageband des Volkswagen-Werks in Wolfsburg.

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Ein Mitarbeiter des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes (ITS) in Bad Arolsen zeigt Arbeitsbücher, mit denen das Nazi-Regime akribisch über den Einsatz von Zwangsarbeitern Buch führte. Der Suchdienst verwaltet 47 Millionen Dokumente zu 17 Millionen Verfolgten aus dem Zweiten Weltkrieg. Für die vorgesehene Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern musste der ITS in einem gewaltigen Kraftakt die Kriegsvergangenheit von einer halben Million Menschen überprüfen.

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Wie dieser jungen Frau erging es vielen: Wer die nationalsozialistischen Rassengesetze ingnorierte, sich in einen Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangenen verliebte und denunziert wurde, wurde öffentlich gedemütigt und zu Haftstrafen oder KZ verurteilt. Nach dem Krieg wurden diese Geschichten verschwiegen.

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