BevölkerungDie Zahl der Menschen in Deutschland schrumpft wieder

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In der Bundesrepublik werden 2045 laut Prognosen nur noch 81,1 Millionen Menschen leben – fast zweieinhalb Millionen weniger als heute.
In der Bundesrepublik werden 2045 laut Prognosen nur noch 81,1 Millionen Menschen leben – fast zweieinhalb Millionen weniger als heute. Jan Woitas/DPA
  • Die Bevölkerung in Deutschland wird laut Prognosen bis 2045 auf 81,1 Millionen Menschen schrumpfen – fast zweieinhalb Millionen weniger als heute.
  • Hauptgrund für den Rückgang ist eine zu geringe Zuwanderung, die das natürliche Sterbedefizit nicht mehr ausgleichen kann.
  • Das Institut warnt vor negativen Folgen für Arbeitsmarkt, Renten- und Gesundheitssystem und fordert mehr qualifizierte Zuwanderung.
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Der Bevölkerungsschwund im vergangenen Jahr droht sich fortzusetzen. Warum das so ist und welche Folgen es hat.

Die Bevölkerung in Deutschland wird voraussichtlich schrumpfen: Laut Prognosen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) leben in der Bundesrepublik im Jahr 2045 nur noch rund 81,1 Millionen Menschen. Derzeit sind es etwa 83,5 Millionen. Hauptgrund für den erwarteten Rückgang sei eine zu geringe Zahl von Einwanderern. Das Institut warnte vor negativen wirtschaftlichen Folgen. Seit Anfang der 2010er-Jahre ist die Bevölkerung in Deutschland meist gewachsen, wie eine aktuelle Analyse des Instituts zeigt. Das Jahr 2025 könnte jedoch eine langfristige Trendumkehr eingeläutet haben.

Seit Jahrzehnten sterben in Deutschland mehr Menschen, als geboren werden – so auch 2025. Allerdings reichte in diesem Jahr die Zuwanderung nicht mehr aus, um das Minus auszugleichen. Die Bevölkerungszahl ging folglich leicht zurück. Das Institut sprach von einer Entwicklung, die sich als Trend fortsetzen werde.
Seit 2022 geht die Zuwanderung deutlich zurück. Vor allem wegen des Ukraine-Kriegs wanderten damals 1,4 Millionen Menschen mehr ein als aus – ein Rekord. Für 2025 erwartet das Institut jedoch einen Wanderungssaldo von weniger als 250 000 Menschen. Und: „Vor dem Hintergrund der Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen der Migrationswende von 2025 sind zukünftig geringere Wanderungsgewinne zu erwarten.“

Die Anzahl der aus dem Arbeitsmarkt ausscheidenden Personen kann nicht mehr durch junge Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, kompensiert werden.
Institut der deutschen Wirtschaft

Laut der IW-Analyse werden in Deutschland bis 2045 immer weniger Menschen zwischen 15 und 67 Jahren leben – also in der Lebensphase, in der sie typischerweise dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Zugleich setzt sich die Verrentung der Babyboomer fort. Die Folge: „Die Anzahl der aus dem Arbeitsmarkt ausscheidenden Personen kann nicht mehr durch junge Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, kompensiert werden.“

Das Institut fordert daher mehr Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften. Die Experten warnen zudem vor großen Herausforderungen für das Renten- und Gesundheitssystem. Überdies fehle es an altersgerechtem Wohnraum.

Passend zu der Studie legte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden neue Migrationszahlen vor. Mehr als ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen ist zugewandert oder Kind von aus dem Ausland zugezogenen Eltern. Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte, was einem Anteil von 26,3 Prozent an der gesamten Bevölkerung entspricht. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch 25,8 Prozent betragen. Etwa jede fünfte im Jahr 2025 in Deutschland lebende Person (19,8 Prozent) war selbst eingewandert. Das entspreche 16,4 Millionen Eingewanderten im Jahr 2025 und 1,7 Prozent mehr als 2024, erläuterte das Bundesamt. Damit habe sich die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Jahren zuvor erhöht. Im Zeitraum von 2021 bis 2024 war die Zahl der Eingewanderten pro Jahr um durchschnittlich 6,2 Prozent gestiegen.

Von den 16,4 Millionen im vergangenen Jahr in Deutschland lebenden Eingewanderten wurden 6,3 Millionen (39 Prozent aller Eingewanderten) in einem dieser fünf Länder geboren: Polen (1,5 Millionen), Türkei (1,5 Millionen), Ukraine (1,3 Millionen), Russische Föderation (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen).

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