Deutschland Angriffe auf Muslime und Moscheen gehen zurück

Im März 2018 wurde auf eine Moschee in Berlin-Reinickendorf ein Brandanschlag verübt.

(Foto: dpa)
  • In den ersten sechs Monaten 2017 wurden knapp 500 antimuslimische Straftaten registriert. In diesem Jahr waren es bislang 320.
  • Bei nahezu allen Straftaten sei davon auszugehen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handele, heißt es in einem Medienbericht, der sich auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion beruft.

In Deutschland sind die Angriffe auf Muslime und Moscheen im ersten Halbjahr 2018 deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurden 320 antimuslimische Straftaten registriert, deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2017 mit knapp 500. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt.

Allerdings wurden bei den Angriffen mehr Menschen verletzt als zuvor. So zählten die Behörden im ersten Halbjahr 25 Verletzte, im Vorjahreszeitraum waren es 18. Schon seit Jahresbeginn zeigt der Trend nach unten. Während im ersten Quartal 196 Straftaten registriert wurden, waren es im zweiten Quartal 124, darunter acht Angriffe gegen Moscheen.

Bei nahezu allen Straftaten sei davon auszugehen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handele. Bei den meisten Taten handelt es sich den Angaben zufolge um Volksverhetzung, Nazi-Schmierereien, Drohbriefe und Beleidigungen sowie Sachbeschädigung.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Ulla Jelpke, nannte den Rückgang der Straftaten erfreulich, sieht darin aber keinen Grund für Entwarnung. "Es fehlt nach wie vor eine gesamtgesellschaftliche Solidarisierung mit muslimischen Mitbürgern. Wer Muslime weiterhin zu Fremden erklärt, schürt bloß Vorbehalte, die letztlich auch in solchen Straftaten münden", betonte sie.

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