Aufstieg und Fall der Deutschland AGDas Netzwerk der Entscheider

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Der Übervater der Deutschland AG war lange der Vorstand der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs (Mitte). 1966 trafen die Herren in schwarzen Anzügen den Präsidenten der US-Bank Chase Manhattan, David Rockefeller (rechts). Noch im Bild (v. l.) Franz Heinrich Ulrich (Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank), Wirtschaftsminister Gerhard Kienbaum und Otto Wolff von Amerongen.
Der Übervater der Deutschland AG war lange der Vorstand der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs (Mitte). 1966 trafen die Herren in schwarzen Anzügen den Präsidenten der US-Bank Chase Manhattan, David Rockefeller (rechts). Noch im Bild (v. l.) Franz Heinrich Ulrich (Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank), Wirtschaftsminister Gerhard Kienbaum und Otto Wolff von Amerongen. (Foto: Horst Ossinger/picture alliance /dpa)

Wie dachten und handelten die Patriarchen der deutschen Wertarbeit? Konstantin Richter hat eine Geschichte der deutschen Wirtschaftsbosse seit dem Kaiserreich vorgelegt – ein spannend erzähltes und vor allem unterhaltsames Meisterwerk.

Rezension von Daniel Siemens

Kann man die deutsche Unternehmensgeschichte vom Kaiserreich bis heute so lebendig erzählen, wie dies Florian Illies („1913“„Liebe in Zeiten des Hasses“) und Uwe Wittstock („Marseille 1940“) für die Welt der Literatur gemacht haben: kenntnisreich und mit vielen anekdotischen Häppchen garniert, sodass eine breite Leserschaft auch von 500 Buchseiten nicht abgeschreckt wird? Konstantin Richter, Journalist, Schriftsteller und Unternehmer, gelingt es auf originelle Weise. In seinem neuen Buch erzählt er die Geschichte der „Deutschland AG“, also der personellen und finanziellen Verflechtungen zwischen deutschen Konzernen und Banken. Es waren wenige Hundert Unternehmer und Führungskräfte, die, über familiäre Netzwerke und unternehmerische Beteiligungen eng verbunden, seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklung in Deutschland prägten. Den Titel seines Buches über dieses auch als „Rheinischer Kapitalismus“ bekannte Modell hat Richter von Walther Rathenau entlehnt, der schon 1909 die Gruppe der wirklich wichtigen Entscheider im Land auf nur 300 Mann bezifferte.

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Die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja behauptet: Lohnarbeit spaltet! Klingt nach linker Mottenkiste – stimmt aber nicht.  Ein spannendes Buch über Kapital und Arbeit, über Macht und Herrschaft und soziale Ungleichheiten – sowie über eine neue Solidarität.

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