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Deutsche Waffenexporte:Der "Märtyrertod" legt nahe, dass der Soldat im Kampf starb

Das Auswärtige Amt teilte auf Anfrage mit, die "genauen Umstände des Todes des katarischen Soldaten sind hier nicht bekannt. Die uns vorliegenden Erkenntnisse geben keinen Anlass, die Aussagen der katarischen Seite zur Rolle Katars im Jemen-Konflikt infrage zu stellen".

Die Katarer machten zwar nicht öffentlich, wie der Soldat umkam, es ist allerdings schwer vorstellbar, dass der Außenminister von "Märtyrertod" reden würde und man ihm ein Heldenbegräbnis bereiten würde, wäre er bei einem Unfall gestorben. Laut der katarischen Zeitung Doha News war er Angehöriger einer Spezialeinheit und Jahrgangsbester in der Infanterieausbildung. Noch eindeutiger liegt der Fall seines Kameraden Hamad bin Saad al-Marri. Er war laut der amtlichen Nachrichtenagentur QNA am 30. Oktober "während eines Angriffs auf von den Huthis gehaltene Positionen" in Jemen am Fuß verwundet worden. Der Vater des Emirs besuchte ihn im Krankenhaus.

50 Soldaten einer katarischen Spezialeinheit in Jemen

Der katarische Sender Al Jazeera hatte Anfang September unter Berufung auf einen eigenen Korrespondenten an der saudischen Grenze zu Jemen gemeldet, 1000 katarische Soldaten seien mit 200 gepanzerten Fahrzeugen und 30 Apache-Kampfhubschraubern ins Nachbarland eingerückt und auf dem Weg in die umkämpfte Provinz Marib. Von dort aus wollten die Koalitionstruppen auf die Hauptstadt und Huthi-Gebiete im Norden vorstoßen. Der Sender gehört der katarischen Herrscher-Familie; er würde eine solche Meldung kaum gegen den Willen der Regierung bringen.

Das war ein bisschen dick aufgetragen, doch kämpfen Katarer in Jemen. Andreas Krieg, Sicherheitsberater in Doha und Assistenzprofessor am King's College London, sagte der SZ, an der noch laufenden Operation Restoring Hope in Jemen seien zwar "nicht mehr als 500 katarische Soldaten beteiligt". Etwa 50 Mann einer Spezialeinheit, ausgerüstet mit gepanzerten Fahrzeugen, würden jedoch in Marib an der Seite lokaler Milizen kämpfen.

Ein weiteres Kontingent sei, verstärkt von regulären Truppen, in Aden im Einsatz, dies sei aber eher eine Stabilisierungsmission. In der ersten Phase des Krieges von Ende März bis Ende April habe die katarische Luftwaffe zudem Angriffe auf Ziele in Jemen geflogen. Auch habe an der Operation Decisive Storm eine kleinere Zahl Soldaten von katarischen Spezialeinheiten teilgenommen.

© SZ vom 13.11.2015/dayk/ewid
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