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Deutsche Geschichte:So wie das 20. Jahrhundert für die Deutschen begann, endete es auch

Die Judenvernichtung beschreibt Herbert im SZ-Interview als einen Prozess, der sich Schritt für Schritt entwickelte. Bis zum Herbst 1941 "waren schon so viele Menschen ermordet worden", dass Hitler und seine Umgebung die Endlösung womöglich "gar nicht mehr als so entscheidende Veränderung" wahrnahmen.

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Das deutsche Wirtschaftswunder, das in den frühen 50er Jahren einsetzte, führt Herbert auf zwei Umstände zurück. Zum einen auf den Marshallplan: Der sei von den Amerikanern aber nicht in erster Linie zum Wohl er Deutschen aufgelegt worden. Vielmehr sei es ihnen darum gegangen, Europa ökonomisch wieder auf die Beine zu bringen.

Ohne das westdeutsche Wirtschaftspotenzial sei das aber nicht möglich gewesen, weshalb auch die Westdeutschen in den Genuss der Finanzhilfen des Marshallplans kamen. Zum anderen führten der Korea-Krieg und die dadurch ausgelöste Angst dazu, dass westliche Länder massiv aufrüsteten. Die Westdeutschen hingegen, denen es damals noch verboten war, Rüstungsgüter zu produzieren, verlegten sich nun auf die Produktion von Konsumgütern - mit viel Erfolg.

So wie das 20. Jahrhundert begonnen habe, sagt Herbert im Interview, habe es auch geendet: Mit einer Überforderung der Deutschen. Die deutsche Einigung habe zu großen wirtschaftlichen Problemen geführt. "Die Globalisierung führte zu einer rapiden Umstrukturierung auch der westdeutschen Wirtschaft, auf die die deutsche Politik keine Antwort hatte". Auch die Europäische Währungsunion sieht Herbert als Teil des Transformationsprozesses, der noch lange nicht abgeschlossen sei.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Süddeutschen Zeitung vom 22.04.2014 und in der SZ-Digital-App auf iPhone, iPad, Android und Windows 8.

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