bedeckt München 15°

Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt 1939:Als Hitler und Stalin gemeinsame Sache machten

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges einigten sich Nazi-Deutschland und die Sowjetunion über die Aufteilung Osteuropas. Fotos von der Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes zeigen, wie gut die Stimmung der ideologischen Todfeinde war.

Aus dem Archiv von SZ Photo

12 Bilder

Adolf Hitler, 50. Geburtstag 1939 Portrait

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

1 / 12

Eine Woche vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges einigten sich Nazi-Deutschland und die Sowjetunion über die Machtaufteilung in Osteuropa. Fotos von der Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes in Moskau zeigen, wie gut die Stimmung der ideologischen Todfeinde vor 75 Jahren war.

Im Laufe des Jahres 1939 war dem Ausland klar geworden, dass NS-Diktator Adolf Hitler rücksichtslos die Expansion des deutschen Einflußbereiches anstrebt. Nach dem Einmarsch der Deutschen in der sogenannten "Rest-Tschechei" im Frühjahr gaben die West-Mächte Frankreich und Großbritannien eine Garantieerklärung für Polen ab.

Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes mit Estland und Lettland

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

2 / 12

Hitlers Regime setzte seit der Machtergreifung auf Nichtangriffsvereinbarungen mit anderen Staaten. Für die Nazis waren diese Verträge nur ein Mittel, um die Welt zu täuschen, denn der Krieg war für Hitler längst beschlossene Sache.

So kündigte er im April 1939 den Nichtangriffspakt mit Polen auf (weil er das Land überfallen wollte) und ließ wenig später mit Estland und Lettland einen ähnlichen Vertrag schließen (im Bild mit Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop). Kurz danach sollte das NS-Regime das Baltikum der Sowjetunion überlassen.

Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts, 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

3 / 12

Im August 1939 verständigten sich Nazi-Deutschland und die Sowjetunion auf einen Nichtangriffspakt. Hitlers Außenminister Ribbentrop reiste nach Moskau, wo im Kreml die Unterzeichnung stattfand.

Auf dieser Aufnahme signiert der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow das Dokument. Ribbentrop steht ganz links, daneben Sowjet-Diktator Josef Stalin.

Stalin und Ribbentrop bei der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes

Quelle: Scherl

4 / 12

Die Nazis hatten nach der Machtergreifung Kommunisten (und auch andere Gegner) brutal verfolgt. Im spanischen Bürgerkrieg hatten Berlin und Moskau mitgemischt, bis sich das faschistische Franco-Regime durchsetzte - wenige Monate vor Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes.

Diese Aufnahme zeigt Stalin lachend hinter Hitlers Außenminister Ribbentrop.

Ribbentrop, Gaus, Stalin, Molotow, Hilger bei der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

5 / 12

Die Verständigung der ideologischen Todfeinde überraschte die Welt. Die Stimmung im Kreml scheint damals gut gewesen zu sein. Rippentrop, Stalin und die anderen Anwesenden freuen sich offenkundig über den diplomatischen Coup.

Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

6 / 12

Die Stimmung war so gut, dass die Vertreter der beiden Diktaturen die Korken knallen ließen. Auf diesem Foto stoßen Josef Stalin (rechts) und Hitlers Fotograf Heinrich Hoffmann (links) an. Hinter Stalin erhebt Außenminister Molotow sein Sektglas.

von Ribbentrop und Stalin nach Abschluß des Hitler-Stalin-Paktes in Moskau, 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

7 / 12

Das Foto zeigt Ribbentrop und Stalin nach Abschluß des Vertrages, der auch Hitler-Stalin-Pakt genannt wurde.

Die Öffentlichkeit erfuhr vom Abschluss des Freundschafts- und Nichtangriffspaktes zwischen den beiden Staaten - aber nicht von einem brisanten, weiteren Dokument: dem geheimen Zusatzprotokoll.

Geheimes Zusatzprotokoll des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes, 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

8 / 12

Darin legten teilten beide Seiten Osteuropa in Einflußsphären auf. So wurde das Baltikum der Sowjetunion zugeschlagen, ebenso Ostpolen - als Belohnung für Stalins Stillhalten, der zu diesem Zeitpunkt sicher wusste, was Hitler plante.

Im Bild: Das von Molotow und Rippentrop unterzeichnete Zusatzprotokoll.

Ribbentropp, Hitler, Göring nach Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

9 / 12

Der Nazi-Diktator plante den Überfall auf Polen, wollte aber einen Zweifrontenkrieg (wie im Ersten Weltkrieg) zwischen den Westmächten und der Sowjetunion verhindern. Durch den Pakt mit Stalin war er abgesichert, die Vorbereitungen für den Einmarsch in Polen liefen auf Hochtouren.

Das Foto zeigt Ribbentrop nach seiner Rückkehr aus Moskau bei Hitler und Hermann Göring, dem damals zweitmächtigsten Mann im NS-Staat.

Deutscher und russischer Offizier begrüßen sich in Polen, 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

10 / 12

Eine Woche später, am 1. September 1939, überfiel die Wehrmacht das Nachbarland Polen, Frankreich und Großbritannien erklärten Deutschland den Krieg - der Zweite Weltkrieg begann.

Die Deutschen besetzten schnell den polnischen Westen und stießen schnell zur Hauptstadt Warschau vor. Wie vereinbart marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein - und trafen bald auf die neuen Partner. Im Bild begrüßt ein sowjetischer Offizier einen Deutschen.

Joachim von Ribbentrop und der sowjetische Botschafter Schkwarzew in Berlin 1939

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

11 / 12

Beide Seiten vertieften die Beziehungen nach Kriegsausbruch. Unter anderem bezog Deutschland Nahrungsmittel und Rohstoffe aus dem Sowjetreich. Auf diesem Foto ratifizieren Außenminister Ribbentrop und der sowjetische Botschafter Alexander Schkwarzew (links im Anzug) am 13. Dezember 1939 einen Grenz - und Freundschaftsvertrag.

Deutscher Panzer IV nach dem Kampf, 1941

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

12 / 12

1941 endete die bizarre Freundschaft beider Regimes mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Am 22. Juni begannen die Deutschen ihren als Vernichtungskrieg konzipierten Feldzug gegen die UdSSR.

Im Bild: Ein deutscher Panzer in der Sowjetunion 1941, im Hintergrund brennen Fahrzeuge der Roten Armee.

© SZ.de/odg/dd
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema