Geheimdienste:Wie man Lügen verkauft

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(Foto: Collage: sted/SZ, Fotos: imago)

Politische Desinformation ist uralt, aber ihre systematische Verbreitung war stets eine aufwendige Operation. Das hat sich im digitalen Zeitalter geändert.

Von Jannis Brühl

Die hohe Kunst der Desinformation betrieb die Tscheka schon in den 1920er-Jahren. Die sowjetische Geheimpolizei kreierte im Auftrag der nun herrschenden Bolschewisten eine Fake-Organisation von Monarchisten. Diese sollte die echten Anhänger des Zarenreichs täuschen. Die "Mitglieder" - also eigentlich Tscheka-Agenten - präsentierten sich den echten Monarchisten im Exil, die von der Konterrevolution träumten, als Verbündete. Über diesen Kanal landeten alle Pläne der Anhänger des Zaren bei der Tscheka. Die benutzte ihre Fake-Organisation auch als Kanal in die andere Richtung und fütterte Monarchisten wie westliche Geheimdienste mit Lügen: Mal hatten angeblich Zarenanhänger den kommunistischen Apparat durchsetzt, mal waren die Bolschewisten militärisch angeblich unbesiegbar.

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