Der große Kabinetts-Check – Horst Seehofer, CSU

Für den CSU-Rebellen war der Job des Ministers für Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Gelegenheit zum Comeback. Ein Streit innerhalb der Union über die Sanierung des Gesundheitssystems hatte Seehofer Ende 2004 politisch isoliert. Nach der Bundestagswahl 2005 profitierte er von der Wankelmütigkeit seines Parteichefs Edmund Stoiber, der entgegen anderer Absichten nicht nach Berlin ging und für Seehofer Platz machte.

Zu Beginn seiner Amtszeit war der gebürtige Ingolstädter als Krisenmanager gefragt, nachdem der Gammelfleisch-Skandal die deutschen Verbraucher verunsicherte. Auch bei der Vogelgrippe im Jahr 2006 konnte sich Seehofer als Problemlöser profilieren. Weniger erfolgreich verlief seine Initiative für ein Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden: Statt einer bundesweiten Regelung wurde die Kompetenz an die Länder abgeschoben - mit teils chaotischen Folgen.

Nachdem die CSU bei den Landtagswahlen in Bayern die absolute Mehrheit verloren hatte, wurde Seehofer 2008 zum Parteivorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. Seine Nachfolge im Bundesministerium trat Ilse Aigner an.

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29. Juli 2009, 10:242009-07-29 10:24:00 © sueddeutsche.de