Fünf Monate nach einer provokanten Demonstration der rechtsextremen Splitterpartei "Der Dritte Weg" in Würzburg hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. "Eine pietätlose und geschmacklose Darstellung stellt nicht in jedem Falle auch eine strafbare Handlung dar", teilte die Behörde mit. Die Inszenierung am 18. September 2021 sei nicht strafbar gewesen. Damals hatten etwa 20 mutmaßliche Parteianhänger mit drei abgelegten Strohpuppen, beschmiert mit Kunstblut, demonstriert. Das geschah knapp drei Monate nach der Messerattacke eines Migranten mit drei toten Frauen in der Mainstadt. Der womöglich psychisch kranke Somalier hatte am 25. Juni 2021 in der Innenstadt auf mehrere Menschen eingestochen. Zu sehen war bei der Veranstaltung auch ein Plakat mit den Bildern der damaligen Kanzlerkandidaten beziehungsweise -kandidatin, Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD), dazu der Schriftzug "Schön bunt hier". Auf einem Wagen war zu lesen "Reserviert für Volksverräter". Die Staatsanwaltschaft teilte als Begründung mit: "Entscheidend für dieses Ergebnis ist, dass bei mehreren möglichen Deutungsvarianten alle nicht strafbaren Deutungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden müssen." Dies sei in diesen Fällen nicht möglich. Dass die Partei die rassistische Botschaft übermitteln wollte, Migranten neigten grundsätzlich zu Gewalttaten, "kann der Inszenierung jedenfalls nicht mit der erforderlichen Eindeutigkeit entnommen werden".