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Der Bush-Clan:Eine schrecklich mächtige Familie

Sie sind die wohl berühmteste politische Dynastie seit den Kennedys: Im kommenden Jahr will der Bush-Clan zum dritten Mal das Weiße Haus erobern.

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U.S. President Barack Obama and former President George H. W. Bush applaud during an event to honor the winner of the 5,000th Daily Point of Light Award at the White House in Washington

Quelle: REUTERS

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Den Anfang machte Prescott Bush. Als US-Senator von Connecticut ebnete er seiner Familie den Weg in die Politik.

Sein Sohn George, heute 91, hatte da höhere Ambitionen: Einst begann er 1962 als Vorsitzender der Republikanischen Partei in Harris County, einem kleinen Bezirk südöstlich von Texas. In den 1970er-Jahren unter Präsident Nixon wurde er US-Botschafter für die Vereinten Nationen. Nachfolger Ford machte ihn zum diplomatischen Vertreter Amerikas in China und Direktor der Central Intelligence Agency, dem US-Auslandsgeheimdienst CIA.

Als Vizepräsident unter Ronald Reagan brachte sich Bush zwischen 1981 und 1989 in Position für das höchste politische Amt - mit Erfolg: Bush wurde 41. Präsident der Vereinigten Staaten und kündigte an, dass es unter ihm keine Steuererhöhungen geben werde ("Read my lips, no new taxes"). Doch der Rückgang des Wirtschaftswachstums und eine demokratische Mehrheit im Kongress zwangen ihn zu Kompromissen. Bush konnte sein Versprechen nicht halten. Auch deswegen verlor er 1993 sein Amt. Lange dauerte es nicht...

George W. Bush more popular than Obama: poll

Quelle: AFP

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...da saß bereits einer der umstrittensten Präsidenten der amerikanischen Geschichte im Weißen Haus: Sein Sohn George W., heute 68.

Als die Terrororganisation al-Qaida am 11. September 2001 Flugzeuge in das World Trade Center steuern ließ, erlebte das Land ein riesiges Trauma. Bush reagierte mit Krieg. Die USA marschierten in den Irak ein. Angeblich plante das Land, die USA mithilfe von Massenvernichtungswaffen anzugreifen. Die Motive für das Vorgehen sind bis heute fragwürdig und mittlerweile distanziert sich der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld von der damaligen Entscheidung.

Zuhause kostete Bush der Krieg den Rückhalt in der Bevölkerung: Eine Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2008 zeigte lediglich eine Zustimmung von 25 Prozent für Bush. Aber auch politisch war der Präsident isoliert. Ihr Mann, so sagte seine Frau Laura einmal, sei nach Washington gekommen, "um neue Freunde zu finden". Am Ende seiner Amtszeit hatte Bush nicht nur wenig neue Freunde gefunden, er hatte auch seine alten verloren.

Former Florida Governor and potential Republican presidential candidate Bush addresses the CDU party economic council in Berlin

Quelle: REUTERS

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Jeb Bush pflegt zwar ein enges Verhältnis zu seinem Bruder George W. Doch zuletzt hat auch er dessen Außenpolitik kritisiert: "Ich wäre 2003 nicht in den Irak gegangen." Im Zusammenhang mit seiner Kandidatur um das Präsidentschaftsamt hielt Jeb Bush diese öffentliche Distanzierung anscheinend für nötig. Schließlich konnte er anfänglich nicht mal auf die Unterstützung seiner Mutter bauen. Zwei Bushs im Präsidialamt seien wohl genug, sagte Barbara Bush amerikanischen Medien. Mittlerweile steht sie hinter den Plänen ihres jüngeren Sohnes.

Der Name Bush bedeutet für den Dritten im Bunde auch eine Chance gegen die Maschinerie Clinton. Wichtig im amerikanischen Wahlkampf sind vor allem zwei Dinge: viel Geld und Stimmen. Bereits bis zum Ende des Monats möchten Bush und sein Team die ersten 100 Millionen zusammen haben. Parteifreund Mitt Romney schätzt, dass Bush wohl doppelt so viele Spenden generieren könnte, wie alle anderen republikanischen Kandidaten zusammen.

Doch man kann sich nicht alles kaufen. Bushs Gegner kritisieren, ihm fehle es an politischen Konturen. Der Gescholtene dagegen nutzte seine jüngste Europa-Reise, um sein außenpolitisches Profil zu schärfen: Er fordert einen freien Markt, spricht sich gegen verbindliche Klimaziele aus und möchte das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP möglichst schnell zur Verhandlung bringen. Bush sieht dabei Europa als wichtigsten außenpolitischen Partner an.

The extended Bush family poses for a portrait to celebrate the 90th birthday of Barbara Bush in this handout picture taken on Walker's Point in Kennebunkport, Maine

Quelle: REUTERS

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Der ganze Clan: Neben Vater George, der aufgrund eines Parkinson-Leidens öffentlich nur noch im Rollstuhl auftritt, sind auch George W. (dahinterstehend) und Jeb Bush (Zweiter von links hinter seinem Bruder) auf diesem Familienfoto zu sehen. Ebenfalls in der Politik aktiv ist auch Jeb Bushs Sohn, George Prescott, als Commissioner in Texas.

© SZ.de/flogo/anri
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