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Demonstrationen - Mainz:Bunter Protest in Mainz gegen Rechtsextremismus

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Mainz (dpa/lrs) - Mehr als 1000 Menschen haben am Samstag in Mainz gegen Rechtsextremismus demonstriert. Sie versammelten sich gegen Mittag vor dem Hauptbahnhof in Mainz sowie vor einem Bahnhof im Stadtteil Mombach, um einen Aufmarsch der rechtsextremen Neuen Stärke Partei (NSP) zu blockieren. Bis zum angemeldeten Termin traf allerdings nach Angaben eines Polizeisprechers kein Teilnehmer dieser Versammlung ein.

Auf einer Kundgebung vor dem Hauptbahnhof sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) zur Zahl rechtsextremer Demonstranten: "Es ist egal, ob es 10, 20, 50 oder 100 sind." In den 1920er und 1930er Jahren habe es auch mit kleinen Zahlen begonnen. Diese hätten "dann einen Siegeszug angetreten, der in der Barbarei endete, der Millionen Menschen in die Gaskammern brachte". Wer offen Naziparolen ausspreche, habe in Mainz keinen Platz: "Sie sollen ihren braunen Rucksack wieder einpacken und sollen die Heimreise antreten." Antidemokratischen und faschistischen Kräften müsse eine klare Grenze gezeigt werden.

Die ursprünglich in Erfurt entstandene Neue Stärke Partei (NSP) hatte für ihre Versammlung nach Angaben der Stadt bis zu 100 Teilnehmer angemeldet. Als Motto nannten die Anmelder: "Kampfkultur - hol dir deine Stadt und dein Land zurück". Das Innenministerium Rheinland-Pfalz bezeichnete die NSP als "offenkundig neonazistisch". Ihr Programm sei "von dem Gedanken eines für die Neonaziszene typischen biologistisch-völkischen Nationalismus geprägt".

Dem Bündnis "Kein Nazi-Aufmarsch in Mainz! Wir stellen uns Quer!" schlossen sich mehr als 60 Organisationen an, darunter antirassistische Initiativen, Gewerkschaften und Parteien, der Stadtjugendring, die Omas gegen Rechts und der FSV Mainz 05. Die Teilnehmer der Gegendemonstration trugen Schilder mit Aufschriften wie "Kein Schobbe für Nazis" oder "Rassismus schadet der Seele". Außerdem folgten viele einem Aufruf von Antifa-Gruppen aus bundesweit mehreren Städten unter dem Motto "Rechte Kampfkultur entwaffnen".

© dpa-infocom, dpa:220716-99-46127/2

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