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Demonstrationen - Leipzig:Gewerkschaft: Übergriffe auf Journalisten bei Demo

Corona
Nach der Demonstration der Initiative "Querdenken" stehen Teilnehmer Polizisten gegenüber. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Leipzig (dpa) - Die Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) hat bei der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig Attacken gegen Journalisten registriert. In einer ersten Bilanz sprach Jörg Reichel, Landesgeschäftsführer der DJU Berlin Brandenburg, von mindestens 32 Journalisten, die von "körperlichen Angriffen und Behinderungen betroffen" seien, wie er auf Twitter schrieb. Die Attacken seien im Wesentlichen von Teilnehmern der "#Coronaleugner Demo" ausgegangen, so Reichel. "Unsere Befürchtungen, es könne im Rahmen der Demonstrationen erneut zu Anfeindungen und Androhungen von Gewalt gegenüber Journalistinnen und Journalisten kommen, haben sich leider bewahrheitet", teilte Tina Groll, Vorsitzende der DJU in Verdi mit.

Die Polizei konnte am Abend zunächst keine Angaben dazu machen, ob es Angriffe auf Journalisten gab. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es bei den zahlreichen Angriffen auch Attacken auf Pressevertreter gegeben hätte, sagte ein Polizeisprecher.

Am Samstagnachmittag hatten nach Polizeiangaben 20 000 Menschen bei einer "Querdenken"-Demonstration in der Leipziger Innenstadt gegen Corona-Maßnahmen protestiert. Die Stadt Leipzig löste die Kundgebung vorzeitig auf, da diese größtenteils gegen die Versammlungsauflagen verstoßen hatten. Tausende Demonstranten widersetzten sich der Auflösung und marschierten auf dem Innenstadtring. Die Polizei sprach am Abend von mehreren Festnahmen, die Zahl der Freiheitsentziehungen läge im zweistelligen Bereich, so ein Sprecher.

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