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Demonstrationen - Hannover:Blockade von Klimaaktivisten am Umweltministerium

Bild in neuer Seite öffnenDemonstrationen
Aktivisten der Klimagerechtigkeitsbewegungen Extinction Rebellion. Foto: Ole Spata/dpa (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Dutzende Klimaaktivisten haben in Hannover für eine nachhaltigere Umweltpolitik demonstriert. Rund 75 Frauen und Männer versammelten sich am Freitagmittag unangemeldet vor dem niedersächsischen Umweltministerium und blockierten eine mehrspurige Straße, wie die Polizei mitteilte. Da sich zahlreiche Menschen nicht an die Auflagen hielten, leiteten die Beamten rund 50 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Mehrere Aktivisten wurden vorübergehend mit zur Wache genommen. Später zog eine Fridays-for-Future-Demo mit rund 25 Teilnehmern vom Opernplatz durch die Innenstadt in Richtung Landtag. Dabei gab es der Polizei zufolge keine Regelverstöße.

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Bei der unangemeldeten Aktion ketteten sich zwei Demonstranten am Umweltministerium an Metallbügel am Straßenrand, wie die Beamten mitteilten. Sechs weitere verketteten sich auf der Straße miteinander. Auf Bannern der Aktivisten standen Parolen wie "Aufstand gegen das Aussterben" und "Hier wird unsere Zukunft verheizt". Die Straße am Leibnizufer wurde zeitweise in beide Richtungen gesperrt.

Die Bewegung Extinction Rebellion teilte mit, die Aktion habe sich gegen die Nutzung von Erdgas gerichtet. "Fossiles Gas ist keine klimafreundliche Zwischenlösung", erklärte Ralf Neite vom Presseteam der Bewegung. Die Aktivisten forderten unter anderem einen Ausbau- und Importstopp für Erdgas. "Unser Energiehunger darf nicht auf Kosten des Klimas und auf Kosten fundamentaler Menschenrechte in anderen Ländern gestillt werden", wurde Anna Wüstenfeld, Sprecherin des Bündnisses Ende Gelände, in der Erklärung der Aktivisten zitiert.

Die Vorgaben zum Schutz vor dem Coronavirus hielten die Demonstranten am Ministerium laut Polizei weitestgehend ein. Die Versammlung sei allerdings von der Straße auf den Gehweg verlagert worden. Bei der Fridays-for-Future-Demo gab es keine Zwischenfälle. Die Bewegung hatte auch in anderen niedersächsischen Städten verschiedene Protestaktionen angekündigt.